Mamoni Raisom Goswami, bürgerlich Indira Goswami, (assamesisch মামণি ৰয়ছম গোস্বামী; * 14. November 1942; † 29. November 2011) war eine indische Schriftstellerin, Literaturwissenschaftlerin und Hochschullehrerin, die vor allem auf Assamesisch schrieb. Ihre Romane, Erzählungen und autobiografischen Texte behandelten unter anderem Witwenschaft, soziale Ausgrenzung, Gewalt und politische Konflikte und wurden über Assam hinaus in mehrere Sprachen übersetzt. Für ihr Werk erhielt sie den Jnanpith Award für 2000 und 2008 den Prins Claus Prijs.
Goswami wurde im November 1942 in Assam in eine wohlhabende vaishnavitische Brahmanenfamilie geboren und in Shillong sowie Guwahati ausgebildet. 1962 lernte sie den Ingenieur Madhevan Raisom Ayengar kennen, der am Bau der Saraighat-Brücke in Guwahati arbeitete, und heiratete ihn später. Weniger als zwei Jahre nach der Eheschließung starb Ayengar bei einem Verkehrsunfall in Kaschmir; das Paar hatte keine Kinder. Nach dem Tod ihres Mannes lebte Goswami zeitweise in Vrindavan, wo sie die asketische Witwenexistenz später in autobiografischen Erinnerungen schilderte. In ihrer Autobiografie Adhalekha Dastavej beschrieb sie ihre Depressionen nach dem Unfall und ihre Hinwendung zum Schreiben als Lebensform. Später lehrte sie an der Abteilung für moderne indische Sprachen und Literaturwissenschaften an der Universität Delhi dessen assamesischen Bereich sie leitete. Nach ihrer Emeritierung wurde sie 2009 zur emeritierten Professorin der Universität ernannt. Goswami starb Ende 2011 nach längerer Krankheit in Guwahati.
Goswami schrieb unter dem Namen Mamoni Raisom und galt in Assam als „baideiu“, also als ältere Schwester, die weit über den Literaturbetrieb hinaus wahrgenommen wurde. Ihr Roman Neelkantha Braja machte die Ausbeutung mittelloser Witwen in Vrindavan zum literarischen Thema. In Dontal Hatir Une Khowda Howda setzte sie sich mit Witwenschaft, Patriarchat und sozialem Wandel in einem assamesischen Sattra auseinander. Mit Pages Stained with Blood verarbeitete sie die gegen Sikh gerichtete Pogrome in Delhi nach der Ermordung Indira Gandhis. Weitere Romane wie The Rusted Sword und The Chenab’s Current thematisierten soziale Konflikte und Erfahrungen aus Madhya Pradesh und Kaschmir. Als Ramayana-Forscherin verglich sie Tulsidas’ Ramcharitmanas mit Madhava Kandalis Kotha Ramayana und veröffentlichte dazu Ramayana from Ganga to Brahmaputra. 2008 gründete sie ein Forschungsinstitut für Ramayana-Traditionen Südostasiens. Ab 2005 wirkte sie als vermittelnde Figur zwischen der United Liberation Front of Asom und der indischen Regierung und bestand zugleich darauf, ihre Rolle eher als Beobachterin denn als politische Vermittlerin zu verstehen. Den Padma Shri lehnte sie 2002 nach dem Jnanpith Award mit der Begründung ab, ihre Leserschaft habe eine höhere staatliche Auszeichnung für angemessener gehalten.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Goswami, Indira |
| ALTERNATIVNAMEN | Goswami, Mamoni Raisom |
| KURZBESCHREIBUNG | indische Schriftstellerin, Literaturwissenschaftlerin und Hochschullehrerin |
| GEBURTSDATUM | 14. November 1942 |
| STERBEDATUM | 29. November 2011 |