Induktive Koppler sind spezielle Transformatoren, bei denen der Transformatorkern teilbar, das heißt beide Teile voneinander trennbar, sind. Dabei sitzt die Primärwicklung auf einem und die Sekundärwicklung auf dem anderen Teil des Kerns.
Die Funktionsweise entspricht dem üblichen transformatorischen Prinzip, allerdings muss das magnetische Wechselfeld zusätzlich den Luftspalt zwischen den Kernhälften überbrücken. Das ist nur bei geringen Abständen und mit zusätzlichen Verlusten möglich.
Ebenso wie beim Transformator, kann man elektrische Energie oder Nachrichten bzw. Daten übertragen. Der induktive Koppler wird immer dann eingesetzt, wenn es Gründe gibt, die Primär- von der Sekundärwicklung für eine bestimmte Zeit räumlich zu trennen.
Eine spezielle Form des induktiven Kopplers stellt der Drehübertrager dar. Bei ihm gibt es die zusätzliche Möglichkeit, das sich ein Kopplerteil zum Beispiel auf einer Achse befindet und dreht, während das andere Teil ruht. Hier sind spezielle Kernformen notwendig, wie z. B. ineinandertauchende Topfkerne.

Im Bild rechts ist eine Schaltung gezeigt, die das Signal eines Leitungspaares geringfügig auf ein anderes Paar übersprechen lässt. Man kann sie verstehen, indem man ein Signal auf einem Leitungspaar einlaufen lässt. Einer der Koppler reduziert die Spannung und der andere den Strom. Somit ist die Impedanz angepasst und es entstehen keine Reflexionen. Die relativen Vorzeichen von Spannung und Strom, die im zweiten Leitungspaar induziert werden, bestimmen die Richtung, in der das Signal ausläuft.
Für eine 3 dB-Kopplung, d. h. ein gleichmäßiges Aufspalten des Signals kann eine andere Sicht einfacher sein: Zwei der Leitungspaare werden in eine Drehstromleitung zusammengefasst. Ein Drehstromtransformator kann dann das nun vektorielle Signal auf einen um 45° verdrehten Satz Leiter übersetzen, die dann wieder auseinandergeführt werden.