Ingeborg Ahrenkiel (* in Frankfurt am Main als Ingeborg Becker) ist eine deutsche Autorin und Kinderspielentwicklerin, Redakteurin, Komponistin, Musikverlegerin und Entwicklerin von Marken-, Medien- und Lizenzkonzepten. Ehrenamtlich widmet sie sich musikalischen Nachlässen und engagiert sich für Komponisten, Chorprojekte sowie Konzerte in Schulen und Kirchen.
Ingeborg Ahrenkiel wurde als Tochter des Architekten Wilhelm Peter Becker in Frankfurt am Main geboren und wuchs in Offenbach am Main auf. Nach ihrem zweiten Staatsexamen war Ahrenkiel zunächst an der Geschwister-Scholl-Schule in Wiesbaden-Klarenthal als Fachlehrerin für Sport, Musik- und Kunsterziehung tätig. In dieser Zeit initiierte Ahrenkiel im Kunstunterricht ein Experiment unter dem Tenor „Demo auf dem Papier“: 14-Jährige sollten gestalterisch demonstrieren und dabei ihre Meinung über Schule zum Ausdruck bringen. Die darauffolgende Ausstellung an der Klarenthaler Schule weckte das Interesse der Redaktion der ZDF-Sendereihe „Länderspiegel“. Die Entstehung des Filmbeitrags, die Ahrenkiel miterleben durfte, weckte in ihr den tiefen Wunsch, Fernsehen für Kinder zu machen. Wochenlang analysierte sie das Kinderprogramm des Senders und entwickelte Konzepte für kreatives Kinderfernsehen, was ihr dann die freie Mitarbeit in der ZDF-Redaktion „Kinder und Jugend“ einbrachte.
Die ersten von ihr gestalteten Sendungen waren „Kinder-Kunst-Kabinett“ und „Kreisel – Verkehrserziehung“. Sie schrieb Drehbücher, unter anderem für die Sendereihe „Lirum Larum Löffelstiel“, zu der sie auch ein Begleitbuch veröffentlichte, moderierte umfangreiche Fernsehsendungen, darunter als Reporterin die Reihe „Räuber und Gendarm“, und verfasste Kinderbücher, Fach- und Sachbücher.
Nach ihrem Ausscheiden aus dem hessischen Schuldienst studierte Ahrenkiel Psychologie, Pädagogik, Musikwissenschaften und Rechtswissenschaften an der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz und absolvierte, aufbauend auf ihrem Orgelunterricht bei Bodo Wolf in ihrer Kindheit, eine Klavierausbildung am Dr. Hoch’s Konservatorium in Frankfurt am Main. Sie verfasste das Schulbuch für Musikerziehung Musik macht Spaß, das erste Werk mit Hörbeispielen, zugelassen in allen Bundesländern, dazu das Liederbuch Die Liederkutsche, von dem später auch eine gesonderte Ausgabe für Bayern erschien. Für ihre Platte Musik zum Mitmachen wurde sie 1979 mit dem Deutschen Schallplattenpreis ausgezeichnet.
1981 wurde Ahrenkiel festangestellte Redakteurin der Hauptredaktion „Gesellschaftspolitik“ des ZDF und blieb es 13 Jahre lang. Dabei baute sie unter anderem die Sendereihe Freizeit mit auf und moderierte unter anderem Beiträge zur Funkausstellung.
Parallel dazu reiste sie mit der Idee, den Kojak-Lolly europaweit zu verbreiten, in die USA und wurde zur Mitarbeiterin von MCA und Repräsentantin Europas. So war sie auch an der Vermarktung von „E.T.“, „Der weiße Hai“ und „Columbo“ beteiligt.
Anschließend befasste sie sich mit den Themen Markenrecht und Markenschutz. Sie übernahm die Vermarktung der Nebenrechte zur „Sendung mit der Maus“ und entwickelte in diesem Rahmen ihr erstes Kinderspiel „Die Mausefalle“, das 1980 zunächst im Ravensburger Verlag erschien und seit 2013 in einer Neuauflage von Schmidt Spiele vertrieben wird. 1988 gründete sie zudem ihre eigene Lizenzagentur „Ahrenkiel“.
Nach dem Verkauf der Merchandising-Rechte der Maus an den WDR entwickelte Ahrenkiel die Marke Mauseschlau & Bärenstark, die 25 Jahre lang erfolgreich vom Ravensburger Verlag vertrieben wurde. Ihr erstes Spiel zur Marke wurde 2006 zum Schweizer Spielepreis in der Kategorie Kinderspiele nominiert. Die Rechte für die Marke Mauseschlau & Bärenstark verkaufte sie 2022 an Schmidt Spiele.
Im Jahr 1996 gründete sie den Musikverlag „Ahrenkiel“, komponierte für Verlage wie Cornelsen und Sikorski und entwickelte Tonträgerreihen für Sony/Universal, Europa und Karussell, darunter Lieder und Geschichten mit der Maus und Die Wölfe.
Ihr Verlag hält die Rechte von bekannten Komponisten und Textern, produziert und bearbeitet Werke für Schulen und Kirchen. Ehrenamtlich engagiert sich Ahrenkiel selbst für Chorprojekte in Schulen und Kirchen.
Ahrenkiel lebt und wirkt in Hamburg. Sie ist Mutter einer Tochter und eines Sohnes.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Ahrenkiel, Ingeborg |
| ALTERNATIVNAMEN | Becker, Ingeborg (Geburtsname) |
| KURZBESCHREIBUNG | deutsche Spieleautorin, Autorin |
| GEBURTSDATUM | 20. Jahrhundert |
| GEBURTSORT | Frankfurt am Main |