
Die Ingelrii-Gruppe besteht aus etwa 20 bekannten mittelalterlichen Schwertern aus dem 10. bis 12. Jahrhundert mit tauschierter Klingeninschrift INGELRII. Sie ist vergleichbar mit der älteren, wesentlich besser belegten Ulfberht-Gruppe (9. bis 11. Jahrhundert, etwa 170 bekannte Exemplare).
Die Inschriften Ingelrii und Ulfberht werden als Namen von Klingenschmieden gedeutet, also eine Herstellerangabe, die aber während mehr als 200 Jahren, weit über die Lebenszeit der ursprünglichen Namensträger, als eine Art Qualitätsmarke weiterverwendet wurde. Im Vergleich zu den Ulfberht-Inschriften sind die Ingelrii-Inschriften im Allgemeinen besser lesbar und erscheinen ohne Kreuzzeichen. Peirce (2002) deutet das Auftreten der Ingelrii-Klingen im 10. Jahrhundert als die Gründung eines „Konkurrenzunternehmens“ zur Ulfberht-Schmiede. Es stammen allerdings nicht alle Stücke aus einer einzigen Werkstatt, anscheinend wurden qualitätvolle Namen auch imitiert bzw. „gefälscht“.
Inschriften auf Schwertern wurden aufgebracht, indem man sie mit einem Stichel aushob und tauschierte. Dazu wurden andersfarbige Metalldrähte hineingehämmert und die Oberfläche anschließend verschliffen.
Vergleichbar sind die Gicelin-Schwerter des Hochmittelalters; drei Schwerter mit Varianten der Inschrift GICELIN ME FECIT, nebst einigen anderen me-fecit-Inschriften aus dem Hochmittelalter, wie BENNO ME FECIT (Fund aus der Schwinge bei Stade) oder NISO ME FET.
Beispiele von Ingelrii-Schwertern sind: