Ingo Zimmermann

Ingo Zimmermann, 2013

Ralf Ingo Zimmermann (* 17. Dezember 1940 in Dresden) ist ein deutscher Schriftsteller, Librettist und ehemaliger Politiker (DDR-CDU, von 1990 bis 2007 CDU). Er war von 1990 bis 1994 Mitglied des Sächsischen Landtages. Von 1994 bis 2004 lehrte er als Professor für Kulturgeschichte an der Hochschule für Musik »Carl Maria von Weber« Dresden, von 2002 bis 2008 war er Präsident der Sächsischen Akademie der Künste.

Leben

Ingo Zimmermann legte 1959 das Abitur an der Dresdner Kreuzschule ab. Anschließend studierte er bis 1964 evangelische Theologie am Seminar der Evangelisch-Lutherischen Mission zu Leipzig. An der Theologischen Fakultät der Karl-Marx-Universität Leipzig wurde er 1965 mit einer von Friedrich Haufe betreuten Dissertation über das Spätwerk des christlichen Schriftstellers Reinhold Schneider (Studie über einen literarischen Beitrag zum Verständnis des Christlichen in der Gegenwart) zum Dr. theol. promoviert.

Nach zwei Jahren als Lektoratsmitarbeiter in Berlin kehrte Zimmermann 1967 als wissenschaftlicher Oberassistent an die Theologische Fakultät der Universität Leipzig zurück, wo er bis 1971 arbeitete. Von 1972 bis 1973 war er stellvertretender Cheflektor und Abteilungsleiter Belletristik beim CDU-eigenen Union-Verlag in Berlin. Anschließend arbeitete er zunächst als freier Mitarbeiter, dann bis 1976 Kulturredakteur der Dresdner CDU-Tageszeitung Die Union. Im Jahr 1975 leistete Zimmermann seinen Reservistendienst als Bausoldat ab. Von 1977 bis 1989 war er freiberuflicher Schriftsteller.

Nach seinem Ausscheiden aus dem Landtag wurde er 1994 als Professor für Kulturgeschichte an die Dresdner Musikhochschule berufen, wo er bis 2004 lehrte.

Politik

Zimmermann trat 1966 der DDR-Blockpartei CDU bei. Er war von 1968 bis 1972 Nachfolgekandidat im CDU-Bezirksvorstand Leipzig, 1974 bis 1981 Vorsitzender der CDU-Ortsgruppe Dresden-Striesen und 1985 bis 1987 Mitglied des CDU-Stadtvorstands Dresden. Zwischen 1985 und 1989 war er zudem berufenes Mitglied der Ständigen Kommission Kultur der Stadtverordnetenversammlung Dresden.

Nach der friedlichen Revolution in der DDR leitete Ingo Zimmermann 1990 das Ressort Kultur der Bezirksverwaltungsbehörde Dresden. Für die nunmehr vereinigte CDU wurde er im Oktober 1990 in den Sächsischen Landtag gewählt, dem er während er ersten Legislaturperiode bis 1994 angehörte.

Mitgliedschaften und Ehrenämter

Zimmermann war 1991 Mitgründer des Dresdner Geschichtsvereins und dessen Stellvertretender Vorsitzender bzw. von 1998 bis 2002 dessen Vorsitzender. Er wurde 1992 als ordentliches Mitglied in die Europäische Akademie der Wissenschaften und Künste in Salzburg gewählt. Von 1993 bis 1994 und 1996 bis 2001 war er Mitglied des Sächsischen Kultursenats, von 1995 bis 2003 Präsident des Sächsischen Musikrats. Er gehörte 1996 zu den ersten Mitgliedern der neugegründeten Sächsischen Akademie der Künste, von 2002 bis 2008 war er deren Präsident.

Zimmermann war stellvertretender Vorsitzender des Kuratoriums Welterbe Dresdner Elbtal von Beginn (2005) an bis zur Selbstauflösung dieses Gremiums 2008. Im Zusammenhang mit dieser Funktion trat er 2007 wegen des Streits um den Bau der Dresdner Waldschlößchenbrücke, der zum Entzug des Welterbetitels durch die UNESCO führte, aus der CDU aus.

Familie

Ingo Zimmermann ist der Bruder des Komponisten Udo Zimmermann.

Schriften (Auswahl)

in der Reihenfolge des Erscheinens

als Autor

als Herausgeber

als Librettist

Ehrungen

Literatur

Commons: Ingo Zimmermann – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Theologische Literaturzeitung, Jg. 90 (1965), S. 2339.
  2. ↑ Sächsische Zeitung: Kuratorium für das Welterbe tritt zurück, 1. Juli 2008
Personendaten
NAME Zimmermann, Ingo
KURZBESCHREIBUNG deutscher Journalist, Schriftsteller, Librettist und Politiker (DDR-CDU, CDU), MdL
GEBURTSDATUM 17. Dezember 1940
GEBURTSORT Dresden