Inishmurray

Inishmurray
Inis Muirígh
Teampall Molaise aus nördlicher Sicht mit dem Atlantik und der irischen Küste im Hintergrund
Gewässer Atlantischer Ozean
Geographische Lage 54° 25′ 59″ N, 8° 39′ 32″ WKoordinaten: 54° 25′ 59″ N, 8° 39′ 32″ W
Inishmurray (Irland)
Inishmurray (Irland)
Länge 1,6 km
Breite 800 m
Fläche 85 ha
Höchste Erhebung 22 m
Einwohner unbewohnt

Inishmurray (irisch Inis Muirígh) ist eine heute unbewohnte Insel etwa 7,0 km vor der Küste des County Sligo, in Irland. Die Insel ist etwa 1600 Meter lang, etwa 800 Meter breit und maximal 22 Meter hoch.

Der Heilige St. Molaise (auch St. Laisren genannt) gründete auf der Insel im 6. Jahrhundert ein Kloster, das von einem wesentlich älteren Cashel umschlossen wird, welches als frühkirchliche Einfriedung gilt.

Toorybrenell Clochan
Pollnashantunny Schlucht (Poll na Seantunna)
Cross-Slab mit Serifen an den Kreuzenden auf der Nordseite des Teampall Molaise

Eine teilweise über vier Meter hohe Mauer, deren Entstehung unklar ist, umschließt den 55 × 42 Meter großen, in vier Bereiche aufgeteilten Bezirk. Im größten Bereich liegt Teampall na bhFear („die Kirche der Männer“), eine Kirche mit Anten und einem flachen (vorromanischem) Türsturz. Hier liegt auch Teach Molaise, eine kleine primitive Kirche mit einem Steindach, ebenfalls gerader Türöffnung und einem rundbogigen Ostfenster. Im nordwestlichen Gehege steht Teampall na Tine („die Kirche des Feuers“) und eine Bienenkorbhütte, Toorybrenell Clochan (Clochán Thuar Uí Bhraonáin). Nordwestlich der Mauer liegen die Frauen-Kirche Teampall na mBan und ungefähr 50 Steine. Einige von ihnen wurden in der Zeit, als die Insel das Ziel von Wallfahrten war, als Stationen benutzt. Die berühmten gefleckten Fluchsteine (Clocha Breaca) stehen jetzt im Nationalmuseum in Dublin. Das Kloster wurde bereits im Jahre 807 von Wikingern geplündert.

Viele Jahrhunderte lang war die Insel besiedelt, die Bewohner ernährten sich von Fischfang, Algensammeln und der Herstellung von Poteen, einer Art Whiskey. Nachdem das Schnapsbrennen mit der Zuckerrationierung im Zweiten Weltkrieg immer schwieriger wurde sowie aufgrund der allgemein harten Lebensumstände verließen 1948 die letzten sechs Familien mit insgesamt 46 Personen die Insel und siedelten an die Küste von Sligo über.

Heute ist Inishmurray eine Vogelschutzinsel (insbesondere für Nonnengänse), die man nicht im regulären Bootsbetrieb erreichen kann.

Literatur

Commons: Inishmurray – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Anmerkungen

  1. ↑ Eintrag SL001-001009- im Historic Environment Viewer (kartographische Darstellung der irischen Bau- und Bodendenkmäler mit den Daten des Archaeological Survey of Ireland). 16. Januar 2018, abgerufen am 28. August 2024 (englisch).
  2. ↑ Eintrag SL001-001003- im Historic Environment Viewer (kartographische Darstellung der irischen Bau- und Bodendenkmäler mit den Daten des Archaeological Survey of Ireland). 15. Juni 2012, abgerufen am 28. August 2024 (englisch).
  3. ↑ Eintrag SL001-001023- im Historic Environment Viewer (kartographische Darstellung der irischen Bau- und Bodendenkmäler mit den Daten des Archaeological Survey of Ireland). 16. Januar 2018, abgerufen am 28. August 2024 (englisch).
  4. ↑ Aubrey Gwynn, R. N. Hadcock: Medieval Religious Houses Ireland. S. 387.
  5. ↑ Howard Goldbaum: Inishmurray monastic site. In: voicesfromthedawn.com. Abgerufen am 23. August 2022.