Inna Hartwich

Inna Hartwich (* 1980 in der Sowjetunion, russisch Инна Хартвих) ist eine deutschsprachige Journalistin und Autorin, die vor allem als Russland-Korrespondentin bekannt wurde. In ihren Arbeiten befasst sie sich mit Familiengeschichte und analysiert Gewalt, Verdrängung und Schweigen in Russland.

Leben

Hartwich wurde 1980 in der Sowjetunion geboren und zog 1992 nach Deutschland. Nach Studium der Romanistik, Slawistik und Ethnologie und Volontariat beim Mannheimer Morgen ging sie als freie Korrespondentin nach Moskau, berichtete später aus Peking über Ostasien und kehrte 2018 als Korrespondentin nach Moskau zurück. Russland war über viele Jahre ihr zentraler Lebens- und Arbeitsort. Seit 2018 lebte sie wieder in Moskau und verließ Russland im Sommer 2025 mit ihrer Familie. Als Gründe nannte sie die zunehmenden Belastungen des Alltags, die erschwerte journalistische Arbeit, die Abwanderung von Freunden und Kollegen sowie die Verantwortung für ihr Kind.

Wirken

Als Russland-Korrespondentin berichtete Hartwich für verschiedene Zeitungen im deutschen Sprachraum. In der TAZ, Salzburger Nachrichten, NZZ, Die Zeit, Die Presse, Augsburger Allgemeine, Tageblatt und verschiedene andere Medien erschienen zahlreiche Reportagen und Kommentare von ihr zu Krieg, Repression, Propaganda und Gesellschaft in Russland. Im Jahr 2025 sprach sie im Podcast Fernverbindung gemeinsam mit Anastasia Zejneli über das Berichten aus Russland unter den Bedingungen des Krieges und der eingeschränkten Pressefreiheit des Putin-Regimes. Ihr 2023 erschienenes Buch Friedas Enkel. Meine Familie und das Erbe der Gewalt in Russland nimmt die Geschichte ihrer russlanddeutschen Großmutter Frieda zum Ausgangspunkt. Im Buch befasst sich Hartwich mit dem Fortwirken von Gewalt, Verdrängung und Schweigen in der russischen Gesellschaft.

Seit Herbst 2025 lebt sie in der Schweiz und arbeitet bei der NZZ.

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 Russland verstehen mit Inna Hartwichs “Friedas Enkel”. In: evangelische-zeitung.de. 30. Oktober 2024, abgerufen am 17. März 2026.
  2. 1 2 Russland: Sondersiedlung Nummer drei: Geschichte einer russlanddeutschen Familie. In: augsburger-allgemeine.de. 1. November 2023, abgerufen am 17. März 2026.
  3. 1 2 Deshalb verließ Korrespondentin Inna Hartwich Russland. In: swr.de. 25. September 2025, abgerufen am 17. März 2026.
  4. ↑ Russland im Wandel: Abschied unserer Moskau-Korrespondentin zwischen Zorn und Liebe. In: augsburger-allgemeine.de. 8. August 2025, abgerufen am 17. März 2026.
  5. 1 2 Pressefreiheit Russland: Wie berichtet man im Schatten des Kremls? In: taz.de. 10. September 2025, abgerufen am 17. März 2026.
  6. ↑ Abschied von Russland - Journalistin schreibt Abschiedsbrief an Russland. In: srf.ch. 15. September 2025, abgerufen am 17. März 2026.
  7. ↑ Alle Artikel von Inna Hartwich. In: taz.de. Abgerufen am 17. März 2026.
  8. ↑ In Friedas Enkel schildert Inna Hartwich Russlands Erbe der Gewalt. In: watson.ch. 4. Februar 2024, abgerufen am 17. März 2026.
  9. ↑ Inna Hartwich NZZ. Abgerufen am 24. August 2026.