Inna Sahakjan

Inna Sahakjan (armenisch Իննա Սահակյան; * 1977 in Jerewan) ist eine armenische Dokumentarfilmregisseurin und Produzentin. Zu ihren bekanntesten Arbeiten zählt der dokumentarische Animationsfilm Aurora – Star wider Willen (2022) über Aurora Mardiganians Überleben des Völkermordes an den Armeniern, der international mehrfach ausgezeichnet wurde.

Leben und Wirken

Sahakjan wurde in Jerewan geboren und wuchs dort auf. Sie arbeitet für das unabhängige Dokumentarfilmstudio Bars Media als Regisseurin und Produzentin. Ihr dokumentarisches Selbstverständnis beschreibt sie als Arbeit an realen Menschen, realen Dramen und realen Gefühlen; zugleich misst sie dem Dokumentarfilm eine politische Wirkung zu.

Sahakjans Langfilm The Last Tightrope Dancer in Armenia (‚Armeniens letzter Drahtseiltänzer‘, 2010), den sie gemeinsam mit Arman Yeritsyan inszenierte, wurde beim Festival Golden Apricot als bester armenischer Film ausgezeichnet.

Mit Paul Cohen setzte sie den armenisch-niederländischen Dokumentarfilm Mel um, der 2022 beim Thessaloniki Documentary Festival seine Weltpremiere hatte und den Lebensweg des Transmanns und ehemaligen Gewichthebers Mel Daluzyan begleitet.

Aurora – Star wider Willen entstand aus sprachhistorischen Interviews des Zoryan Institute; Sahakjan und ihr Team entschieden sich, dieses Material in Animationsform neu zu erzählen. Der Film nutzt Animation, Archivmaterial, Interviews und die erhaltenen 18 Minuten des Stummfilms Auction of Souls von 1919. Nach seiner Weltpremiere in Annecy 2022 gewann Aurora – Star wider Willen den Preis Best Animated Film bei den Asia Pacific Screen Awards, den Hauptpreis von MiradasDoc und den Grand Prix des FIFDH in Genf. Aurora – Star wider Willen wurde in rund hundert Ländern gezeigt. Die türkische Filmschaffende Rojhilat Aksoy wurde 2026 wegen der Vorführung des Films nach Artikel 301 des türkischen Strafgesetzbuchs angeklagt.

Im Jahr 2024 wurde Sahakjan in die Jury der Sektion Contrechamp Feature Films des Festival d’Annecy berufen.

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 »Der Schmerz ist nicht geheilt«. In: ARTE Magazin. April 2023, abgerufen am 15. März 2026.
  2. 1 2 3 4 Վավերագրական կինոն դանդաղ, բայց մշտական աշխատող զենք․ Իննա Սահակյան․ «Վերնատուն». In: Հայաստանի Հանրային Ռադիո. 28. Mai 2025, abgerufen am 15. März 2026 (armenisch).
  3. 1 2 3 Inna Sahakyan will serve on the jury for this year’s Annecy International Animation Film Festival. In: NEWS.am STYLE. 20. April 2024, abgerufen am 15. März 2026 (englisch).
  4. 1 2 Aurora’s Sunrise wins Best Animated Film category at Asia Pacific Screen Awards. In: ARMENPRESS. 14. November 2022, abgerufen am 15. März 2026 (englisch).
  5. ↑ Reha Erdem'e Erivan'da Altın Kayısı Ödülü. In: bianet. 19. Juli 2010, abgerufen am 15. März 2026 (türkisch).
  6. ↑ Selanik’te belgesel bereketi. In: bianet. 12. März 2022, abgerufen am 15. März 2026 (türkisch).
  7. 1 2 Aurora’s Sunrise: Armenian Genocide documentary to be screened at Golden Apricot Yerevan Int’l Film Festival. In: ARMENPRESS. 22. Juni 2022, abgerufen am 15. März 2026 (englisch).
  8. ↑ Interview with “Aurora’s Sunrise” Director Inna Sahakyan. In: Film Festival Today. 7. Februar 2023, abgerufen am 15. März 2026 (englisch).
  9. ↑ Repression gegen Kurd:innen: Vor Gericht, wegen eines Films. In: taz.de. 15. März 2026, abgerufen am 15. März 2026.
Personendaten
NAME Sahakjan, Inna
KURZBESCHREIBUNG armenische Dokumentarfilmregisseurin und Produzentin
GEBURTSDATUM 1977
GEBURTSORT Jerewan