
Der Markenname Inspiro bezeichnet eine Fahrzeugplattform der Firma Siemens für Metrofahrzeuge, die auf der Messe InnoTrans 2010 erstmals vorgestellt wurde. Dabei bietet die Plattform Inspiro ein vollständiges Fahrzeug vom Wagenkasten über die Elektrik bis hin zur Inneneinrichtung. Erste Fahrzeuge sind am 19. Dezember 2012 bei der Metro Warschau in Betrieb gegangen.
Die Wagenkästen sind in Aluminium-Leichtbauweise ausgeführt. Durch das Einzelwagenkonzept können zwischen zwei und acht angetriebene Wagen in einem Zugverband gekuppelt werden, wobei die Basis-Ausführung als sechsteiliger Einzelwagenzug konzipiert ist. Die Motorisierung kann dabei an die Wünsche des Bestellers angepasst werden. Die Bestuhlung kann quer, längs oder gemischt angeordnet werden sowie bei den Außentüren zwischen Schwenk- und Schiebetüren gewählt werden. Fehlende Schaltschränke und Untersitzgeräte im Fahrzeuginnern lassen zusätzliche Gestaltungs- und Erweiterungsmöglichkeiten offen.
Der Hersteller hat nach eigenen Angaben bei der Konstruktion des Fahrzeuges viel Wert auf Umweltfreundlichkeit gelegt. So ist das Fahrzeug in Aluminium-Leichtbauweise gebaut. 97,5 Prozent der verwendeten Materialien sollen recyclebar sein.
Der Inspiro ist optional auch für einen fahrerlosen Betrieb bestellbar. Neben den verschiedenen Betriebsmodi (manuell/automatisch fahrend) lässt sich der Inspiro an verschiedene Metrosysteme anpassen – sowohl technisch als auch vom Design her. Das Design in der von Siemens vorgestellten Version wurde bisher nur von der Metro Warschau sowie der Metro Sofia übernommen.

Die Münchner Verkehrsgesellschaft bestellte als erstes Verkehrsunternehmen den Typ Inspiro für die U-Bahn München. Im November 2010 wurden 21 Triebzüge bestellt. Die Optionen für 46 weitere Züge wurden im September 2016 (24 Züge) und im Juni 2020 (22 Züge) gezogen. Im März 2022 wurden weitere 18 Fahrzeuge bestellt. Die ersten Triebzüge gingen im Juni 2016 in den Fahrgastbetrieb, der letzte der 85 Sechswagenzüge wurde 2026 ausgeliefert. Das Design und Konzept der C2 wurde gegenüber den zuvor ausgelieferten C1 weiterentwickelt, unter anderem sind nun alle Sitzplätze gepolstert.

Erster Benutzer eines kompletten Inspiro-Fahrzeuges ist die Metro Warschau, die Anfang 2011 35 sechsteilige Fahrzeuge bei Siemens Mobility in Auftrag gegeben hat. Der Inspiro bedient hier unter anderem die Linie 2. Zu den Besonderheiten dieser Fahrzeuge zählen Schiebetritte zur Überbrückung des Abstandes zwischen Zug und Bahnsteig für bewegungsbeeinträchtigte Personen an den ersten Türen der Endwagen sowie ein auf die Metro Warschau angepasstes Fahrgastinformationssystem. Der Gesamtwert der Bestellung liegt bei rund 272 Millionen Euro. Die Fertigung der ersten zehn Züge findet im Siemens-Werk in Wien, die Endprüfung im Prüfcenter Wegberg-Wildenrath statt. Die weiteren Fahrzeuge werden beim Partnerunternehmen Newag im polnischen Nowy Sącz endmontiert. Erste Betriebsaufnahmen waren Ende 2012 vorgesehen.

Im Oktober 2012 erhielt das Konsortium SSSC (Siemens Malaysia, Siemens AG und SMH Rail) den Zuschlag für 58 neue fahrerlose Metrozüge mit vier Wagen für das Projekt Klang Valley MRT. Im Auftrag war auch der Bau von zwei Depots für die Züge enthalten. Die Inspiro-Züge wurden Ende 2016 auf einer neu gebauten Strecke in Kuala Lumpur in Betrieb genommen.
Im Oktober 2013 bekam Siemens den Auftrag die Linien 1 und 2 der Metro Riad zu bauen, inklusive 26 zweiteilige und 41 vierteilige fahrerlose Züge. Die ersten Triebwagen wurden 2018 ausgeliefert.
Im September 2015 bestellte die Metro Sofia bei einem Konsortium von Siemens Transportation und dem polnischen Fahrzeugbauer Newag 20 dreiteilige Metrozüge des Typs Inspiro, die im August 2020 in Betrieb gingen. Die Option auf 10 weitere dreiteilige Züge wurde 2019 eingelöst, im Juli 2023 wurden acht Inspiro nachbestellt. Die Länge der Züge beträgt 60 Meter, die Breite 2,65 Meter. Die Züge besitzen pro Wagenseite vier Doppeltüren mit einer Weite von 1,4 Metern. Bei einer Dichte von 6 Personen/m² können rund 600 Fahrgäste befördert werden, davon 110 auf den Längssitzen. Die beiden Endwagen sind an allen Achsen angetrieben. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 80 km/h, die Triebzüge werden über eine Oberleitung mit 1500 V Gleichstrom versorgt.
Die Züge werden auf der Linie 3 eingesetzt.

Im November 2015 bestellte die VAG bei Siemens Transportation Systems 21 durchgehend begehbare U-Bahnzüge mit vier Wagen, um die über 40 Jahre alten DT1 abzulösen. Insgesamt wurden 35 Fahrzeuge bis Juli 2022 ausgeliefert.

Im Mai 2016 erhielten Siemens und der türkische Fahrzeugbauer Bozankaya den Auftrag zur Lieferung von 22 vierteiligen Zügen für die beiden Linien des Skytrain in Bangkok. Die Züge werden in Ankara bei Bozankaya gebaut. Der Lieferanteil von Siemens umfasst unter anderem die Drehgestelle, das Traktions- und Bremssystem. Die ersten Züge wurden 2018 in Betrieb genommen.
Im September 2017 erhielt Siemens einen weiteren Auftrag aus Bangkok, für die Metro Züge zu liefern. Für die Erweiterung der Blue Line werden 35 dreiteilige Metros geliefert, welche den Zügen ähneln sollen, die in den 2000ern von Siemens Wien geliefert wurden. Im Gegensatz zum Auftrag aus 2016 werden die Züge in Wien-Simmering gefertigt.

Im September 2017 bestellten die Wiener Linien bei Siemens Transportation Systems 34 neue U-Bahnzüge (seit 2023 auf 45 Züge umgesetzt) mit der Bezeichnung Typ X, um die älteren »Silberpfeile« des (Typs U) zu ersetzen. Ab 2023 sollen die ersten Züge auf den Linien U1–U4 und ab voraussichtlich 2030 fahrerlos auf der Linie U5 eingesetzt werden.

Im November 2018 erhielt Siemens von London Underground einen 1,7 Milliarden Euro schweren Auftrag, von 2023 an 94 neunteilige Triebzüge des Typs 2024 Stock zu liefern. Im Unterschied zu anderen Inspiro bestehen die 2024 Stock aus fünf Wagen auf zwei Drehgestellen und vier dazwischen aufgesattelten Sänften. Statt bisher 24 sollen ab 2026 in erhöhter Taktzahl 27 Züge pro Stunde auf der Piccadilly Line verkehren. Produktionsstandort ist das neue Siemens-Werk in Goole im Osten Englands, sowie das Siemens-Werk in Wien-Simmering.
Für die neue Metrolinie zum Flughafen Sydney wurde im Dezember 2022 Siemens beauftragt. Auf der Linie sollen 12 vollautomatische, fahrerlose Züge auf Basis des Inspiro fahren.