Die Reliabilität (lateinisch reliabilitas ‚Zuverlässigkeit‘; übernommen als Fachbegriff aus dem Englischen, reliability „Zuverlässigkeit“, besser: „Beständigkeit“) als ein Gütekriterium psychologisch-diagnostischer Verfahren (Tests) bezieht sich auf die formale Genauigkeit, d. h. auf die Exaktheit der Messung (daher auch besser als „Messgenauigkeit“ bezeichnet). Innerhalb der sogenannten Klassischen Testtheorie berechnet sich ihr Ausmaß als derjenige Anteil an der Varianz („Variabilität“/„Unterschiedlichkeit“) der Mess-/Testwerte, der durch die tatsächlichen Unterschiede im zu messenden Merkmal erklärt werden kann und nicht durch Messfehler verursacht wird. Z. B. sollten bei der Wiederholung der Messung unter gleichen Rahmenbedingungen das gleiche Messergebnis erzielt werden (Reproduzierbarkeit).
Genauer bezieht sich die Reliabilität eines psychologisch-diagnostischen Verfahrens auf zwei Aspekte:
Innerhalb der sogenannten Item-Response-Theorie wird die Messgenauigkeit eines psychologisch-diagnostischen Verfahrens über den (Standard-)Schätzfehler des gesuchte Personenparameters bestimmt; sie bezieht sich also auf die „innere“ Konsistenz.
Das Ausmaß an Reliabilität eines Verfahrens innerhalb der Klassischen Testtheorie kann mit verschiedenen Methoden berechnet werden:
Nicht als Gütekriterium im hier gemeinten Zusammenhang trotz gleicher Bezeichnung steht die sogenannte Interrater-Reliabilität; dabei geht es um die Objektivität von Beurteilungen (Einschätzungen, Ratings) bestimmter Sachverhalte durch verschiedene Beurteiler. Zur Quantifizierung des entsprechenden Ausmaßes an Übereinstimmung wird oft Cohens Kappa verwendet.