Intrada

Intrada (von italienisch entrata, deutsch ‚Eintreten‘, englisch entry, spanisch entrada, französisch Entrée), auch Intrade oder Entrata (älter auch Intrata) bezeichnet in der Musik ein (meist kurzes) instrumentales Eröffnungsstück.

Geschichte

Intraden kamen im 16. Jahrhundert auf und wurden im 17. Jahrhundert weiterentwickelt. Sie dienten ursprünglich zur Eröffnung von Festlichkeiten, insbesondere zur Begleitung des Ein- oder Aufzugs hochgestellter Persönlichkeiten. Der Prototyp dieser Gattung, der auch mit Bezeichnungen wie Aufzug oder Signal tituliert wurde, wurde meist von Trompeten (auch als Tusch) gespielt und war durch einfache Motivik, geradtaktigen marschartigen Rhythmus und häufige Tonwiederholungen gekennzeichnet.

Daneben bildeten sich weitere Typen der Intrada aus:

Der Eröffnungscharakter rückt die Intrada in die Nähe von Introduktion, Ouvertüre und Praeludium, doch tritt im Gegensatz zu diesen Bezeichnungen der Name Intrada bereits Ende des 17. Jahrhunderts zurück.

Im 20. Jahrhundert wurde die Bezeichnung Intrada vereinzelt wieder aufgegriffen (z. B. von Joseph Ahrens, Carl Orff, Ernst Pepping und Albert Jenny).

Das Gegenstück in der barocken Suite ist die Retirada.

Musikbeispiele

Im Nürnberger Lautenbuch von 1600 findet sich unter anderem eine Intrada ad Festum: Maij. Beethovens Serenade für Flöte, Violine und Viola in D-Dur op. 25 beginnt mit einer Entrata. Ebenso das Parallelwerk, die Serenade für Flöte und Klavier D-Dur op. 41. Albert Jenny schrieb 1964 eine Intrada für Orgel und Streichorchester.

Siehe auch

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Vgl. die von Johann Christoph Demantius 1632 publizierte Formulierung: „Intrada, Intrata oder Entrata sind unterschiedlicher art Täntze, welche man bey grossen Herren oder auch Comoedianten Auffzügen brauchet“. Zitiert bei Helmut Mönkemeyer (Hrsg.): Nürnberger Lautenbuch. Handschriftliche Tabulaturensammlung um 1600 aus der Bibliothek des Germanischen Nationalmuseums zu Nürnberg (Ms. 33748. Teil I) (= Die Tabulatur. Band 23). Friedrich Hofmeister, Hofheim am Taunus 1979 (= FH. Band 4572), S. 2 (Vorwort).
  2. ↑ Keiji Makuta: 51 selections for Lute in renaissance era. Arranged for Guitar. Zen-On, Tokyo 1969, ISBN 4-11-238540-4, S. 64 f.
  3. ↑ Vgl. etwa Adalbert Quadt (Hrsg.): Gitarrenmusik des 16.–18. Jahrhunderts. 4 Bände. Deutscher Verlag für Musik, Leipzig 1970–1984. Band 3, S. 15–17 (anonyme Suite um 1700) und 27–29 (anonyme Partie um 1700).
  4. ↑ Hubert Zanoskar (Hrsg.): Gitarrenspiel alter Meister. Original-Musik des 16. und 17. Jahrhunderts. Band 1. B. Schott’s Söhne, Mainz 1955 (= Edition Schott. Band 4620), S. 19 f. (L’Entrée, gefolgt von Gavotte).
  5. ↑ imslp.org.
  6. ↑ Helmut Mönkemeyer (Hrsg.): Nürnberger Lautenbuch. Handschriftliche Tabulaturensammlung um 1600 Teil IV (= Die Tabulatur. Band 26). Friedrich Hofmeister, Hofheim am Taunus 1979 (= FH. Band 4575), S. 149.