Der Inuit Circumpolar Council (ICC) (etwa „Zirkumpolarer Inuitrat“) ist eine multinationale Nichtregierungsorganisation, welche die Interessen der rund 150.000 Inuit in den Vereinigten Staaten (Alaska), Kanada, Grönland und Russland (Tschukotka) vertritt. Die Organisation definiert selbst „Inuit“ als sämtliche indigene Völker, die traditionell den Eskimos zugerechnet werden, also sowohl die eigentlichen Inuit als auch deren Schwestergruppe, den Yupiit.
Im Mai 1973 nahmen einige Vertreter indigener Bevölkerungsgruppen aus der Arktis an einer Konferenz zur Öl- und Gasförderung in der Arktis im französischen Le Havre teil. James Wah-Shee und Joe Jacquot, Präsident und Vizepräsident der Federation of Natives North of 60, einer kanadischen indigenen Interessenorganisation, reisten nach Kopenhagen, um sich dort mit grönländischen Inuit auszutauschen. Der Forscher Robert Petersen und der Vorsitzende der Vereinigung von Grönländern in Dänemark (Peĸatigît Kalâtdlit), Angmalortoĸ Olsen, beschlossen daraufhin, eine Konferenz in Kopenhagen abzuhalten, die unter dem Namen Arctic People's Conference im September 1973 in Christiansborg, dem dänischen Parlamentsgebäude, stattfand. An dieser nahmen zahlreiche Vereinigungen und Organisationen aus der Arktis teil, neben Vertretern der Inuit auch welche der Samen. Bei der Konferenz wurde den Teilnehmern deutlich, dass sie ein gemeinsames Forum benötigen, woraufhin 1975 der World Council of Indigenous Peoples gegründet wurde und 1977 die Inuit Circumpolar Conference mit Vertretern von Inuit und Yupik aus Alaska, Kanada und Grönland. Initiator war der aus Utqiaġvik stammende Eben Hopson. Nach der ersten Konferenz 1977 erfolgte die offizielle Gründung erst auf der zweiten Konferenz im Jahr 1980.
1983 wurde der ICC von den Vereinten Nationen offiziell als Nichtregierungsorganisation anerkannt. Erst 1992, nach dem Fall der Sowjetunion, wurden die Vertreter aus Tschukotka offiziell aufgenommen. 1996 erhielt die Organisation den Natur- und Umweltpreis des Nordischen Rates. Im selben Jahr wurde der Arktische Rat gegründet, wo der ICC seit jeher Ständiges Mitglied ist. Hopsons Geburtstag, der 7. November, wurde 2006 zum Inuit-Tag ausgerufen. Im selben Jahr änderte die Organisation ihren Namen von Inuit Circumpolar Conference zu Inuit Circumpolar Council. 2009 veröffentlichte der ICC A Circumpolar Inuit Declaration on Sovereignty in the Arctic („Eine Erklärung der zirkumpolaren Inuit zur Suveränität in der Arktis“) und 2011 A Circumpolar Inuit Declaration on Resource Development Principles in Inuit Nunaat („Eine Erklärung der zirkumpolaren Inuit zu Ressourcenentwicklungsprinzipien in Inuit Nunaat [Land der Inuit]“).
Der Inuit Circumpolar Council gibt in seiner Charta acht Ziele an:

Der ICC besteht aus vier nationalen Unterorganisationen, deren Vorsitzende jeweils auch als Vizevorsitzende der Dachorganisation fungieren. Dem Exekutivrat des ICC gehören neben dem Vorsitzenden und den vier Vizevorsitzenden auch vier weitere Mitglieder aus den vier Unterorganisationen an:
Folgende Personen hatten seit 1977 den ICC-Vorsitz inne:
Folgende Personen gehörten 2025 dem Exekutivrat an: