Die Invokavitpredigten sind acht Predigten, die Martin Luther vom 9. bis zum 16. März 1522 in Wittenberg beginnend mit dem Sonntag Invokavit (dem ersten Sonntag der Passionszeit) hielt und damit die Wittenberger Bewegung beendete.
Durch seine Predigten erreichte Luther, dass die Reformation in Wittenberg wieder einen geordneten Gang nahm.
Während Martin Luther auf der Wartburg als Junker Jörg versteckt war, radikalisierte sich die reformatorische Bewegung in Wittenberg unter der Führung von Andreas Karlstadt bis hin zum Bildersturm.
Am 26. Mai 1521 wurde Luther in die Reichsacht „getan“, was bedeutet, dass ihn niemand mehr unterstützen durfte, ja seine Tötung jederzeit möglich, wenn nicht sogar erwünscht war. Kurfürst Friedrich der Weise ließ Luther auf die Wartburg bringen, um ihn dem Zugriff zu entziehen. Er blieb bis zum 1. März 1522 unter dem Decknamen Junker Jörg auf der Wartburg und übersetzte dort das Neue Testament.
Durch die Abwesenheit Luthers – der immer eine Integrationsfigur der verschiedenen reformatorischen Bewegungen Deutschlands war – überhitzte sich die Reformation in Wittenberg. Andreas Karlstadt feierte die Messe ohne Messgewand, in deutscher Sprache und das Abendmahl in beiderlei Gestalt, also mit Brot und Wein für die „Laien“, außerdem entfernte er aus der Kirche alle Bilder.
Was heute wie ein normaler evangelischer Gottesdienst wirkt, war für viele Wittenberger eine völlige Überforderung, da sie das Gefühl hatten, ohne „ordentliche“ Messe, die vertrauten Andachtsbilder, einen ordentlich gekleideten Pfarrer dem Teufel schutzlos ausgeliefert zu sein. Dementsprechend kam es nicht nur zu Unruhen in der Stadt, sondern auch zu Tumulten im Gottesdienst selbst. Diese Situation veranlasste Luther, die Wartburg gegen den Widerstand von Kurfürst Friedrich zu verlassen, um in Wittenberg die Situation wieder zu beruhigen.
Die Predigten wurden vom 9. bis 16. März 1522, in der Invokavitwoche und am Sonntag Reminiszere, gehalten.
Damit genug von der Messe, morgen wird es um die Bilder gehen (die in Wirklichkeit erst in der dritten Predigt behandelt werden).
Entgegen der Ankündigung geht es nicht um die Bilder.