Irene Condachi (geb. 7. Juni 1899 in Valletta; gest. am 3. September 1970 in Pietà) war eine maltesische Ärztin und eine von nur zwei Ärztinnen, die während des Zweiten Weltkriegs auf der Mittelmeerinsel praktizierten. Als eine der Gründerinnen des schulmedizinischen Dienstes gilt sie als diejenige, die die Krätze in den maltesischen Schulen ausgerottet hat.
Irene Condachi kam 1899 in der maltesischen Hauptstadt Valletta zur Welt. Ihre Familie war kurz zuvor aus Griechenland auf die Insel ausgewandert; ihr Vater, Constanino Condachi, war Kaufmann. Sie wuchs in der griechisch-orthodoxen Tradition auf, die gegenüber Frauen, die außerhalb des Hauses arbeiteten, eine tolerantere Haltung einnahm. 1916 begann sie ein Medizinstudium an der Universität Malta, brach es jedoch nach einem Jahr ab. Zehn Jahre später schloss sie ihr Studium an der Universität Neapel Federico II als Ärztin ab. Condachi setzte ihre Weiterbildung fort und legte 1928 an der Universität Pavia die Facharztprüfung in Pädiatrie ab.
Nach Abschluss ihrer Ausbildung kehrte Condachi nach Malta zurück und wurde Assistentin von Joseph Ellul, der Professor für Geburtshilfe und Gynäkologie an der Universität von Malta in Valletta war. 1938 wurde sie als Ärztin im staatlichen Schulsystem eingestellt und ließ sich in Sliema nieder. Zu Beginn des Zweiten Weltkriegs, als viele Männer zum Militär eingezogen wurden, engagierten sich Frauen verstärkt in der Verteidigung der Insel. Zusammen mit einem Augenarzt und einem Zahnarzt reorganisierte Condachi den schulmedizinischen Dienst. Da sie kein Transportmittel hatte, ging sie zu Fuß oder fuhr per Anhalter zu den verschiedenen Schulen der Insel, um zwischen 1941 und 1942 über 20.000 Schulkinder zu impfen und medizinisch zu untersuchen.
Sie war dafür verantwortlich, die Krätze, eine durch Milben ausgelöste Hautentzündung, in den staatlichen Schulen mit einer Salbe auf Erdölbasis auszurotten. Die Arbeitsbedingungen waren gefährlich, da 1941 staatliche Schulen zu Krankenhäusern und Flüchtlingsunterkünften umfunktioniert wurden. Während sie das Krankenhaus in der staatlichen Schule in Qormi beaufsichtigte, wurde die Einrichtung bombardiert, und Condachi, ihre Mitarbeiter, Flüchtlinge und Schüler konnten sich knapp in einen unterirdischen Schutzraum unter der Mädchenschule retten. Neben ihr praktizierte nur eine weitere Ärztin während des Krieges in Malta.
Condachi war anschließend bis 1959 als Ärztin im Bildungsministerium tätig und war die bestbezahlte Frau im Staatsdienst ihrer Zeit.
Condachi starb 1970 in Pietà und wurde für ihre langjährige Tätigkeit im medizinischen Dienst Maltas gewürdigt.
2014 wurde die Rolle Condachis während des Zweiten Weltkriegs in einer Publikation von Simon Cusens dargestellt.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Condachi, Irene |
| KURZBESCHREIBUNG | maltesische Ärztin |
| GEBURTSDATUM | 7. Juni 1899 |
| GEBURTSORT | Valletta |
| STERBEDATUM | 3. September 1970 |
| STERBEORT | Pietà |