



Der Irminenfreihof ist ein Platz am Rande der Trierer Innenstadt. Er ist nach dem ehemaligen Kloster St. Irminen benannt, dessen Name auf die heilige Irmina zurückgeht, und gehörte einst zur Immunität bzw. zum Immunitätsbezirk des Klosters (analog der Domfreiheit, die sich in Trier bspw. auch über den Domfreihof erstreckte). Ein Abschnitt dient heute als Parkplatz.
Auf der Südseite liegt das weitläufige Areal der Vereinigten Hospitien. Dazu gehört das Willibrord-Denkmal, in einem durch einen Torzugang abgetrennten Hospitienbereich. Es ist dem heiliggesprochenen englischen Missionar Willibrord gewidmet, der das Kloster Echternach gründete. Das Irminenkloster stand in engem Austausch mit der luxemburgischen Abtei. Zum Gelände zählt ferner der, auch für Hochzeiten nutzbare, Römer- oder Festsaal in einem Barockanbau. Am heutigen Irminenfreihof 6 (früher 10) stand ein barockes Haus mit gotischem Kern, das im Zweiten Weltkrieg stark beschädigt und später abgerissen wurde. Heute ist es die Adresse eines zwischen 2000 und 2009 errichteten Wohnhauses.
Den Platz dominiert das, in Richtung Moselufer hin gelegene, unter Denkmalschutz stehende ehemalige Dominikanerinnenkloster St. Katharina, am Westrand des Areals. In dem Barockensemble logiert seit 2005 der Campus Gestaltung der (Fach-)Hochschule Trier, der einen weiteren Standort am nahen Paulusplatz umfasst. Der Campus entstand u. a. aus der hier seit 2001 ansässigen Fachrichtung Modedesign. Seine Tradition reicht aber bis 1830 zurück, dem gleichzeitigen Gründungsjahr der Baugewerkeschule zur Ausbildung von Architekten und Bauingenieuren, am Irminenfreihof, sowie der Königlichen Provinzialgewerbeschule, im ehemaligen Karmeliterkloster an der Ecke Fleischstraße/Böhmerstraße (später Kaufhaus Horten).
Am Ostrand der Freifläche und hinter einer mehrere Meter hohen Umfassungsmauer verborgen, liegen die Bereiche des Echternacher Hofs und des östlich davon situierten Ruländer Hofs. Beide gehören zu den Vereinigten Hospitien. Der Echternacher Hof dient er als ein Wohn- und Pflegeheim für Menschen mit Multipler Sklerose. Das namensgebende Gebäude stammt aus dem Jahr 1639 und befindet sich in der Kalenfelsstraße 2; dort ist die Fassade mit Jahreszahl frei einsehbar. Der 1287 erstmals urkundlich erwähnte, doch im 19. Jahrhundert nahezu komplett umgestaltete Ruländer Hof beheimatet diverse Kinder- und Jugendbetreuungsstätten; er kann vom nahe gelegenen Paulusplatz ohne Sichtbehinderung betrachtet werden. In der Umfassungsmauer stellenweise verbaut sind, in Form von Tür- und Fenstereinfassungen, Spolien des früheren Fischer- und Schifferviertels Britanien (von lat. prytaneum = Kornspeicher).
Ein an der Nordseite im Jahr 1961 vollendeter, sechs Etagen umfassender Mehrstöcker der Nachkriegsmoderne beherbergte zunächst das Finanzamt Trier, ab 1991 dann die Trierer Staatsanwaltschaft, bis zu deren Umzug in die Christophstraße im Oktober 2011. Ende September 2012 zog auch das seit 1994 hier untergebrachte Verwaltungsgericht Trier aus, worauf ein mehrjähriger Leerstand folgte. Das Gebäude soll nach Kernsanierung und in neuem Design dem Campus Gestaltung zugeschlagen werden. Die Bauarbeiten begannen im Oktober 2020; ihr Abschluss war ursprünglich zu Beginn des Sommersemesters 2024 vorgesehen. Aufgrund des Anstiegs der Baukosten von 14 auf 17 Millionen Euro und diverser Verzögerungen wurde der Umbau bisher noch fertiggestellt (Stand Oktober 2026).
Am nordöstlichen Ausgang des Platzes, an der Kalenfelsstraße 3 in einem wilhelminischen Eckhaus, befindet sich seit 1904 ein Gastraum mit Biergarten. Ursprünglich residierte hier das Gasthaus Meyer, später die Irminenschenke. Phasenweise große Beliebtheit genossen der von den 1980er Jahren bis 2003 existierende Szene-Treffpunkt Mephisto sowie der von 2015 bis 2019 hier angesiedelte Brauerei-Ausschank Zum Petrusbräu. Zwischendurch und danach wechselten Zeiten des Leerstands mit diversen Inhabern und Namen (Cuba Viejo, Delicia, Namaste Shiva). Anfang September 2026 übernahm die Bestseller-Autorin Stefanie Stahl die Lokalität und betreibt dort eine Mischung aus Restaurant und Weinbar. Neu ist, dass am Wochenende bis 24.00 Uhr im Biergarten ausgeschenkt werden darf. Lange galt die Konzession für den Außenbereich, wegen Anwohnerbeschwerden, nur bis 23.00 Uhr, dann 22.00 Uhr.
Koordinaten: 49° 45′ 30,7″ N, 6° 37′ 56,1″ O