Isabella Beetham

Isabella Beetham: Silhouette of a lady. Ölmalerai auf konvexem Glas, ca. 1799, private Sammlung

Isabella Beetham, geborene Robinson (* 11. November 1754 in Sedgefield, County Durham; † 10. August 1825 in Somers Town, London) war eine englisch-britische Silhouettenkünstlerin. Sie begann ihre Karriere mit Scherenschnitt. Nachdem sie bei dem Porträtmaler John Smart Malerei studiert hatte, malte Beetham eigene Silhouetten, die als Miniaturen gerahmt oder in Schmuckstücken verarbeitet wurden. Von 1785 bis 1809 betrieb sie ein Geschäft für Miniaturen in der Fleet Street 27 in London. Sie gilt neben John Miers als eine der großen Silhouettenkünstlerinnen des 18. Jahrhunderts.

Leben

Beetham wurde nach aktuellem Forschungsstand als Isabel Robinson und Tochter von John Robinson aus Northumberland und seiner Frau Elisabeth geboren. Ihre Familie gehörte der römisch-katholischen Kirche an und lebte in Sedgefield, County Durham. Über Beethams frühes Leben ist nichts bekannt.

Als junge Frau brannte sie mit dem Schauspieler und Erfinder Edward Betham (1744–1809) durch und die beiden heirateten am 13. Juni 1774 in Trimdon, County Durham. Ihr Ehemann stammte aus der Familie Betham, einem Landadeligenhaushalt aus Little Strickland, Cumbria. Das Paar nahm den neuen Nachnamen Beetham an, um sich von Edwards Familie zu distanzieren, die seinen Beruf und die Religion seiner Frau missbilligte. Edward Beetham arbeitete am Sadler’s Wells Theatre und am Theatre Royal Haymarket in London. Er erfand einen beschwerten Rollvorhang für das Theater, um zu verhindern, dass Vorhänge im Schein der Kerzenbeleuchtung Feuer fingen. Da er kein Geld für ein Patent hatte, profitierte er nicht von der weit verbreiteten Erfindung. Später wurde er ein erfolgreicher Erfinder und Geschäftsmann. Sie hatten acht Kinder, von denen sechs das Erwachsenenalter erreichten: Jane (ca. 1773–1857), William (ca. 1774–1839) und Elizabeth (1780–1790) und nach einer Übersiedlung der Familie nach London Anfang der 1780er Jahre: Mary († 1786), Harriet (1785/6–1832), Charles James (1788–1830), Cecilia Priscilla Carolina (1792/3–1853) und Alfred Silvester (1794–1818).

Beetham begann damit, Scherenschnitte anzufertigen, um ihre große Familie finanziell zu unterstützen. Das Ausschneiden, Ausstellen und Verschenken von Scherenschnitten (auch als Shades oder Profiles bekannt) war im England des 18. Jahrhunderts ein beliebter Zeitvertreib. Beetham gehörte zu den Ersten, die dies professionalisierte. Das früheste von ihr überlieferte eigene Werk ist ein gezeichnetes Porträts ihres Mannes, das 1780 in Newcastle und später 1785 aus ihrem Atelier in der Fleet Street erschien.

Im 18. Jahrhundert befanden sich in der gegen der Fleet Street Verlage, Kupferstecher und Buchhandlungen. Die Beethams empfingen Leute wie den Künstler John Opie, den Schriftsteller William Godwin, den Verleger John Murray, den Dichter George Dyer, den Künstler John Smart sowie den mit den Bethams verwandten Admiral William und seine Frau. Beetham gab Amelia Opie, die ebenfalls zu ihrem Freundeskreis gehörte, Unterricht. Sie fertigte 1794 ein Silhouettenporträt von ihr an. Charles Lamb bemerkte, dass sie eine herzliche und großzügige Frau war, mit Grundzügen einer Bohemienne.

Anfangs fertigte Beetham die Porträts an, indem sie die Motive aus Karton und Papier ausschnitt und Details wie Rüschen auf der Silhouette mit winzigen Einschnitten illustrierte. Ihre Arbeiten enden regelmäßig an der Brustlinie, was sie von den Werken anderer Künstler unterscheidet. Frauen trugen für die damalige Zeit typische Frisuren und Hüte; Männer trugen Krawatten ohne Schleife. Die Rahmen für ihre Schnitte, meist oval, bestanden aus vergoldetem Holz, Birnenholz, Pappmaché und Messing und waren oft größer als die ihrer Konkurrenten. Ab 1774 wurde auf der Rückseite ihrer Werke ein langes Markenetikett angebracht, das darauf hinwies, dass sie Porträts von geliebten Familienmitgliedern und Freunden anfertigte, um den Menschen zu helfen, ihren Verlust zu bewältigen.

Nach ihrem Studium der Porträtmalerei bei John Smart malte sie Silhouettenporträts auf weißem Untergrund, beispielsweise auf Gips, und häufig auf Glas. Sie fertigte Miniaturporträts für Schmuckstücke an. Edward Beetham erlernte von 1784 bis 1785 in Murano eine neue Technik zum Vergolden von Glas für das Geschäft seiner Frau.

Nachdem das Ehepaar Beetham Anfang 1785 das Haus in der Fleet Street als Geschäfts- und Wohnsitz angemietet hatte, richtete Beetham dort ein Atelier ein und Edward Beetham einen Laden für Waschmaschinen mit seinen patentierten Mangeln aus Holz anstelle von Stein. Beetham beschäftigte eine Mrs. Bull, die Brustbilder oder Dreiviertelprofile auf dickem Papier malte und William Gardiner, einen Schauspieler, Künstler, Bühnenmaler und Kupferstecher, der den Porträts den letzten Schliff gab. Beetham war besonders geschickt darin, die Mode der damaligen Zeit detailgetreu wiederzugeben. Herren- und Damenbekleidung wurden gleichermaßen mit „vollendeter Kunstfertigkeit“ gemalt, Rüschen und Details durch gerade und gekreuzte Schraffuren dargestellt wurden. Beetham verwendete verschiedene Maltechniken wie Punktmuster und Schraffuren, um Damenkleider darzustellen. Für Schattierungen wurde Gummi arabicum verwendet. In einigen Fällen setzte sie Gold für die Profile der Damen ein. In den 1790er Jahren wurden Silhouetten nicht mehr auf Papier gemalt. Im Jahr 1792 warb Beetham damit, dass sie detailgetreue Abbildungen auf mit Gold und Silber verziertem Glas, Komposit, Papier und Elfenbein anfertigte. Außerdem fertigte sie Miniaturporträts für Armbänder, Medaillons und Ringe an.

Beetham galt als eine der besten Silhouettenkünstlerinnen ihrer Zeit, insbesondere wegen ihrer Fähigkeit, die Gesichtszüge der Porträtierten einzufangen.

Beethams Tochter Jane Beetham Read begann ab den frühen 1790er Jahren, ihr bei der Arbeit zu assistieren, bis sie 1797 heiratete.

Edward Beetham starb 1809. Beetham verbrachte ihren letzten Lebensabschnitt in einem Haus am Clarendon Square in Somers Town, wo auch ihre Töchter wohnten. Aus dieser Zeit sind nur noch wenige Arbeiten überliefert, was darauf hindeutet, dass sie sich nach dem Tod ihres Mannes aus dem Berufsleben zurückzog. Am 3. August 1825 verfasste ihr Testament. Sie starb noch im selben Monat und wurde auf dem St. Dunstan in the West Churchyard in der Fleet Street beerdigt. Sie hinterließ ihren Töchtern Cecilia Georgi und Harriet Norman 200 Pfund (nach heutigem Wert etwa 15.000 Pfund).

Silhouettenporträts und Miniaturen von Beetham befinden sich in den Sammlungen des Brooklyn Museum und des Metropolitan Museum of Art in New York City, sowie des Victoria and Albert Museum in London und des National Trust. Bei Auktionen in den 1990er Jahren erzielten Werke von ihr Preise zwischen 2000 und 5000 Pfund.

Literatur

Commons: Isabella Beetham – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. 1 2 Isabella Robinson Beetham in der Datenbank Find a Grave, abgerufen am 15. Juni 2026.
  2. 1 2 3 4 5 6 Hannah Lyons: Beetham [née Robinson], Isabella (1754–1825). In: Oxford Dictionary of National Biography Online, Stand: 11. September 2025 (doi:10.1093/odnb/9780198614128.013.111222).
  3. 1 2 3 4 5 6 7 Joy Ruskin Hanes: Shady Ladies: Female Silhouette Artists of the 18th Century. New England Antiques Journal, Juni 2009, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 4. Juli 2009; abgerufen am 19. Juni 2026.
  4. 1 2 Graham Reynolds und Katharine Baetjer: European Miniatures in the Metropolitan Museum of Art. Metropolitan Museum of Art, New York City 1996, ISBN 0-87099-808-0, S. 138 (books.google.com).
  5. 1 2 3 4 5 Sue McKechnie: Mrs. Isabella Beetham – Section 3. In: Profiles of the Past. The Brunswick Town Charitable Trust, The Regency Town House Heritage Centre und Silhouette Collectors Club, abgerufen am 19. Juni 2026.
  6. 1 2 3 Sue McKechnie: Beetham, Isabella, Mrs. In: Profiles of the Past. The Brunswick Town Charitable Trust, The Regency Town House Heritage Centre und Silhouette Collectors Club, abgerufen am 19. Juni 2026.
  7. 1 2 3 Ada Earland: John Opie and His Circle. Hutchinson & Company, London 1911 (archive.org).
  8. 1 2 3 Sue McKechnie: Mrs. Isabella Beetham – Section 1. In: Profiles of the Past. The Brunswick Town Charitable Trust, The Regency Town House Heritage Centre und Silhouette Collectors Club, abgerufen am 19. Juni 2026.
  9. 1 2 3 4 Ian Chilvers: Silhouettes. In: The Oxford Dictionary of Art. Oxford University Press, Oxford 2004, ISBN 0-19-860476-9, S. 652 f. (google.de).
  10. 1 2 3 Sue McKechnie: Mrs. Isabella Beetham – Section 2. In: Profiles of the Past. The Brunswick Town Charitable Trust, The Regency Town House Heritage Centre und Silhouette Collectors Club, abgerufen am 19. Juni 2026.
  11. ↑ Silhouette of Bust Portrait of Man. In: Collection. Brooklyn Museum, abgerufen am 19. Juni 2026.
  12. ↑ Miss Chambers. Metropolitan Museum of Art, abgerufen am 19. September 2026.
  13. ↑ All things Victorian are the rage today, even the long-gone art of silhouettists. In: News. The Baltimore Sun, 15. Dezember 1991, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 5. Januar 2026; abgerufen am 19. Juni 2026 (Knight-Ridder News Service).
  14. ↑ Marianne Macdonald: Family sells a profile of history. The Independent, 16. August 1995, abgerufen am 19. Juni 2026.
Personendaten
NAME Beetham, Isabella
ALTERNATIVNAMEN Robinson, Isabella (Geburtsname)
KURZBESCHREIBUNG englisch-britische Malerin
GEBURTSDATUM 11. November 1754
GEBURTSORT Sedgefield, County Durham, England, Vereinigtes Königreich
STERBEDATUM 10. August 1825
STERBEORT Somers Town, London, England, Vereinigtes Königreich