
Isabelle Stever (* 17. Dezember 1963 in München) ist eine deutsche Filmregisseurin und Drehbuchautorin. Zu ihren international auf Filmfestivals gezeigten Spielfilmen gehören Gisela (2005), Grand Jeté (2022) und I Rarely Wake Up Dreaming (2026)
Kindheit und Jugend verbrachte Stever in München, Paris und Nordrhein-Westfalen. Sie schloss ihr Mathematikstudium an der TU Berlin ab und studierte anschließend an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin. Ihr dortiger Abschlussfilm Erste Ehe (2003) erhielt den First Steps Award für den besten Spielfilm. Stever drehte mit Gisela (2005) einen weiteren langen Spielfilm, an dem sie ebenfalls als Drehbuchautorin beteiligt war. 2009 steuerte sie einen Kurzfilm zu dem Projekt der, laut dem Nachrichtenmagazin Der Spiegel, „deutschen Regie-Elite“ Deutschland 09 bei.
Gisela basiert auf dem gleichnamigen Buch von Anke Stelling und Robby Dannenberg. Das Drehbuch schrieben Stelling und Stever gemeinsam. Der Film bildete den Ausgangspunkt einer längerfristigen Zusammenarbeit zwischen Stever und Stelling.
Nach Gisela realisierte Isabelle Stever Glückliche Fügung (2010) und Das Wetter in geschlossenen Räumen (2015).
Im Filmdienst hebt Ulrich Kriest hervor, dass Stever Glückliche Fügung formal durchdacht und distanziert inszeniert. Kriest sieht darin einen bewussten Verzicht auf eine psychologische Erklärung ihrer Hauptfigur.
Auch in späteren Arbeiten wurde Stevers formale Eigenständigkeit von der Filmkritik hervorgehoben. Christiane Peitz bezeichnete Gisela und Das Wetter in geschlossenen Räumen im Tagesspiegel rückblickend als "formal sehr eigensinnige Werke".
Bei Das Wetter in geschlossenen Räumen, an dessen Dramaturgie Harun Farocki beteiligt war, wurde Stever beim 2morrow Film Festival in Moskau für die beste Geschichte ausgezeichnet. Die Hauptdarstellerin Maria Furtwängler erhält 2016 den Preis der deutschen Schauspielkunst auf dem Festival des deutschen Filmes in Ludwigshafen.
Auch das Drehbuch zu Glückliche Fügung entstand gemeinsam mit Anke Stelling. Grand Jeté basiert auf Stellings Roman Fürsorge und war nach Gisela und Glückliche Fügung eine weitere Regiearbeit Isabelle Stevers in Zusammenarbeit mit Anke Stelling.
Von Oktober bis Dezember 2021 war Stever Filmstipendiatin der Villa Aurora in Los Angeles.
Mit der Drehbuchautorin Anna Melikova arbeitete Stever erstmals bei Grand Jeté zusammen. Melikova schrieb das Drehbuch nach Anke Stellings Roman Fürsorge. Grand Jeté hatte im Jahr 2022 Premiere im Panorama der Berlinale. Katja Nicodemus beschrieb in der Zeit, dass Stever gerade durch das Überschreiten konventioneller filmischer und sprachlicher Erklärungsmuster Wirkung erzeugt. Der Roman Fürsorge wurde im Jahr 2007 von Stever bei Anke Stelling, nach einer Idee der Schauspielerin Franziska Petri, in Auftrag gegeben. Der Roman wurde im Jahr 2017 veröffentlicht.
2023 gehörte Stever gemeinsam mit Cătălin Cristuțiu und Sky Hopinka der Internationalen Kurzfilmjury der Berlinale an.
Die Zusammenarbeit mit Anna Melinkova setzte sie zu I Rarely Wake Up Dreaming fort, der Spielfilm wurde 2026 in den internationalen Wettbewerb des Locarno Film Festivals eingeladen.
Isabelle Stever ist seit 2006 freie Dozentin für Filmregie an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin. Sie unterrichtet seit 2013 an der Filmakademie Baden-Württemberg.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Stever, Isabelle |
| KURZBESCHREIBUNG | deutsche Filmemacherin |
| GEBURTSDATUM | 17. Dezember 1963 |
| GEBURTSORT | München |