Die Isarparallele war ein geplantes und teilweise auch verwirklichtes innerstädtisches Schnellstraßenprojekt in München.


Die Isarparallele sollte am westlichen (linken) Isarufer entlangführen und den nördlichen Mittleren Ring (heutige Bundesstraße 2 R, Isarring) mit dem südlichen Mittleren Ring bei der Brudermühlbrücke verbinden. Sie sollte damit auf der Linie der Straßenzüge (von Norden) Ifflandstraße, Widenmayerstraße, Steinsdorfstraße, Erhardtstraße, Wittelsbacherstraße, Isartalstraße und Schäftlarnstraße verlaufen. Die Kreuzungen an den Isarbrücken sollten durch Unterführungen ausgeführt werden.
Die Planung der Isarparallele basierte auf den Vorstellungen von einer autogerechten Stadt (Jensen-Plan 1963 als Tangente 2 Ost). Ab Ende der 1950er Jahre wurde der Mittlere Ring ausgebaut, der Isarring mit der John-F.-Kennedy-Brücke über die Isar wurde am 18. Dezember 1963 dem Verkehr übergeben. Dabei wurde eine großzügig angelegte linksgerichtete Trompete als Abzweig zur (noch nicht ausgebauten) Ifflandstraße gleich miterrichtet.
Der Ausbau der Ifflandstraße als vierspurige, richtungsgetrennte Magistrale mit Mittelstreifen bis zur höhenfrei ausgeführten Kreuzung mit der Tivolistraße erfolgte im Jahr 1967. Im weiteren Verlauf nach Süden waren neben der ausgeführten Kreuzung an der Max-Joseph-Brücke (Tivolistraße) Unterführungen an der Prinzregentenbrücke, Maximiliansbrücke, Ludwigsbrücke, Corneliusbrücke, Reichenbachbrücke und Wittelsbacherbrücke geplant. Die Süddeutsche Zeitung vom 17. August 1966 schrieb hierzu:
Die Weiterführung der Schnellstraße nach Süden wurde nicht verwirklicht, der Verkehr läuft über die Isarkaistraßen sowie nach Süden teilweise über Parallelstraßen abseits des Flusses (Emil-Riedel-Straße, Oettingenstraße, Sternstraße, Auenstraße). Im Stadtentwicklungsplan 1975 ist in Kapitel X unter N. 4.2.3 Buchst. g festgehalten: Leistungssteigernde Maßnahmen im Zuge der früher geplanten Isarparallelen sind nicht mehr vorgesehen.
Die Planungen passten nicht mehr in die Zeit, das Konzept der autogerechten Stadt hatte sich als Albtraum erwiesen. So schrieb Erwin Schleich:
In München hatten Architekten und interessierte Bürger im Münchner Forum nach dem Ausbau des Altstadtringtunnels unter dem Prinz-Carl-Palais die Stadtpolitik davon überzeugt, die großflächigen Planungen aufzugeben.
Nachdem die höhenfreie Isarparallele für den motorisierten Verkehr aufgegeben worden war, wurde auf dem anderen Isarufer der Isarradweg um 1990 im gesamten Stadtgebiet kreuzungsfrei ausgebaut.