
Ise Cellier (* 12. Mai 1967 in Amiens) ist eine französische bildende Künstlerin.

Isabelle „Ise“ Cellier wurde in der Region Hauts-de-France als Tochter eines Textilingenieurs geboren. Von 1987 bis 1992 studierte sie an den Kunsthochschulen Lille und Paris Bildenden Kunst, distanzierte sich jedoch schnell von deren etablierten Lehren. Nach dem Studium unterrichtete sie zwanzig Jahre lang Kunst und gibt seit 2011 Workshops zur poetischen Textilgestaltung.
Neben der Lehrtätigkeit begann Ise Cellier 1995 mit dem Gravieren und Drucken auf Textilien. Das Nähen, das sie sich selbst beibrachte, wurde zu einem zentralen Bestandteil ihres künstlerischen Schaffens. Seit 2015 gestaltet sie Künstlerbücher, in denen sie Näh- und Maltechniken miteinander verbindet. Sie beteiligt sich mit ihren Werken an zahlreichen Kunstveranstaltungen und Ausstellungen. Für ihre Ausstellung Les pêcheurs de perles in der Kirche von Saint-Pierre-le-Vieux arbeitete sie mit ihrem Sohn, dem Filmemacher Oscar Decottignies, zusammen, der dazu einen Film drehte. Im November 2024 verbrachte sie einen Monat in der Künstlerresidenz des Vereins „Les Amis d'Akunnaaq“ im grönländischen Akunnaaq. Sie lebt und arbeitet in der Normandie im Département Seine-Maritime.
Ise Cellier verwendet alte Techniken wie Reliefstickerei und Kettenstichverzierungen in Kombinationen mit Textilien und unterschiedlichsten, auch alten und gebrauchten Materialien. Aus Wachs, Federn, Samt, Goldfäden, Papier, Schmuckstücken und antiken und modernen Stofffragmenten, die sie zusammengenäht, gestaltet sie zufällige und komplexe Assemblagen. Die Stoffe verstärkt sie mit Pappe oder Holzstücken und versieht sie mit Miniaturmalereien. Ab 2012 wechselte sie von kleinen hin zu monumentalen Werken.
Ise Cellier entwickelte „eine einzigartige künstlerische Sprache“ und „verwandelt textile Techniken in eine phantasmagorische Kunstsprache“. Sie schuf „in ihren Werken ihre eigene Mythologie mit Helden, Göttern und Chimären, Fabelwesen“ und „erhabenen Frauengestalten voller komplexer Symbolik“. „Ihre gestickten Figuren, halb Mensch, halb Tier, scheinen unbekannten Legenden entsprungen zu sein“, „die hinter einer scheinbaren Sanftmut eine gewisse Unruhe verbergen“.

2021 erwarben die Museen von Laval fünf Werke von Isabelle Cellier für ihre Sammlung.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Cellier, Ise |
| ALTERNATIVNAMEN | Cellier, Isabelle |
| KURZBESCHREIBUNG | französische bildende Künstlerin der Art brut |
| GEBURTSDATUM | 12. Mai 1967 |
| GEBURTSORT | Amiens, Frankreich |