Isidor Kaim (auch K. Sidori (Pseudonym), geboren 25. Februar 1817 in Dresden; gestorben 1. September 1873 ebenda) war 1845 der erste staatlich zugelassene Rechtsanwalt jüdischen Glaubens in Sachsen. Er nahm aktiv als Redner und Publizist an der Revolution von 1848 teil und publizierte neben Schriften zur Emanzipation der Juden auch maßgebliche juristische Fachliteratur.
Am 25. Februar 1817 wurde Isidor Kaim als 15. Kind des Juweliers Samuel Kaim (Samuel Ben Chajim, * 1803), der später mit Hirsch Beer und Mendel Schie Vorstand der jüdischen Gemeinde Dresdens wurde (1813–1837), und dessen erster Ehefrau Buna Hirschel, Tochter des Löbel Salamon Hirschel und Schwester von Gerhard (Gutkind) Bonnier (Hirschel) und Breindel Lehmann (Hirschel) in Dresden geboren. Bekannte Geschwister Isidors waren Samuel, der das Juweliergeschäft weiterführte, Eisik und Emil (Gutkind) Bonnier, der erste jüdische Redakteur in Sachsen.
Nach einem Medizinstudium studierte er bis 1841 Rechtswissenschaften und wurde als Jude zum Examen zugelassen, aufgrund einer Verordnung von 1512 nicht aber zur Ausübung des Berufs des Advokaten. Nur aufgrund einer Erlaubnis des Königs bekam er 1845 die Erlaubnis zur Berufsausübung, konnte diesen Beruf jedoch weiterhin nicht praktizieren, da es eine Warteliste gab. Er siedelte nach Leipzig über und erhielt 1849 auf Antrag das Bürgerrecht. 1848 nahm er aktiv auf der Seite der Demokraten an der Revolution teil. Wegen staatsgefährdender Schmähungen in einem Zeitungsartikel bekam er eine 4-monatige Gefängnisstrafe.
Als Rechtsanwalt war er hauptsächlich in Fragen des Handelsrechts tätig. 1854 wurde er wegen angeblichen Betrugs zu einer Haftstrafe verurteilt. Nach seiner Entlassung 1859 siedelte er nach Berlin über, wo er bei seinem Bruder Samuel lebte und bis Ende der 1860er Jahre mehrere Publikationen veröffentlichte. Seine letzten Lebensjahre lebte Kaim in Armut und litt unter den Folgen einer Krankheit. Nach seinem Tod am 1. September 1873 wurde er auf dem jüdischen Friedhof in Dresden bestattet.
In seinen Schriften tritt er nachdrücklich für die Emanzipation der Juden ein.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Kaim, Isidor |
| ALTERNATIVNAMEN | Sidori, K. (Pseudonym) |
| KURZBESCHREIBUNG | sächsischer Jurist, erster staatlich zugelassene Rechtsanwalt jüdischen Glaubens in Sachsen |
| GEBURTSDATUM | 25. Februar 1817 |
| GEBURTSORT | Dresden |
| STERBEDATUM | 1. September 1873 |
| STERBEORT | Dresden |