Israel Dostrovsky

Israel Dostrovsky (rechts) auf einer Erkundungstour Anfang der 1950er Jahre mit Mitgliedern der israelischen Science Corps (HEMED) in der Negev-Wüste.

Israel Dostrovsky (* 29. November 1918 in Odessa; † 28. September 2010 in Israel) war ein israelischer Chemiker (Physikalische Chemie), der sich auch mit Kernphysik beschäftigte.

Dostrovsky kam 1919 nach Israel und besuchte die Schule in Jerusalem. Er studierte Chemie am University College London mit dem Bachelor-Abschluss 1940 und der Promotion 1943 in Physikalischer Chemie. Danach war er dort Lecturer, bevor er 1948 an das Weizmann-Institut ging, wo er bis 1965 die Abteilung Isotopenforschung leitete. Er war auch Präsident des Weizmann-Instituts (1972 bis 1975), das unter seiner Leitung begann, sich mit erneuerbaren Energien zu befassen, und wurde dort 1975 Institutsprofessor (eine besondere Auszeichnung). 1980 bis 1990 leitete er dort das Zentrum für Energieforschung.

1949 war er der Erste, der am Weizmann-Institut ein Startup gründete.

Er war Gründung der Atomenergiekommission von Israel (Israel AEC) 1952 deren Mitglied, von 1953 bis 1957 ihr Forschungsdirektor und 1965 bis 1971 ihr Generaldirektor. Er war damit einer der Initiatoren des Kernenergie- und Kernwaffenprogramms in Israel. 1959 bis 1961 stand er dem nationalen Forschungsrat Israels vor, 1966 bis 1981 dem israelischen Komitee für Entsalzung von Meerwasser.

Von 1973 bis 1981 gehörte er dem wissenschaftlichen Beratungskomitee der IAEA in Wien an. 1991 bis 1993 war er Mitglied des Exekutivkomitees des internationalen SolarPaces-Projekts zur Nutzung von Sonnenenergie. 1982 wurde er Mitglied der Israelischen Akademie der Wissenschaften; von 1986 bis 1989 war er Vorsitzender der Sektion Naturwissenschaften der Akademie.

1943 erhielt er die Ramsay Medal, einen internen Nachwuchspreis der Fakultät Chemie des UCL, 1952 den Weizmann-Preis von Tel Aviv und 1995 den Israel-Preis. Er war Ehrendoktor der Universität Tel Aviv und des Technion.

Publikationen (Auswahl)

Einzelnachweise

  1. ↑ Background & Overview of Israel's Nuclear Arsenal. In: Jewish Virtual Library. American-Israeli Cooperative Enterprise (AICE), abgerufen am 22. Juni 2025 (englisch).
  2. ↑ Prof. Israel Dostrovsky, 1918-2010 - Weizmann Wonder Wander - News, Features and Discoveries. 28. September 2010, abgerufen am 11. Juli 2025 (englisch).
  3. ↑ Prof. Israel Dostrovsky dies at 92 | The Jerusalem Post. 29. September 2010, abgerufen am 11. Juli 2025 (englisch).
  4. ↑ Exzellenz am Sandkasten, Helmholtz-Gemeinschaft
  5. ↑ Or Rabinowitz: Signed, Sealed but Never Delivered: Why Israel did not Receive Nixon’s Promised Nuclear Power Plants. In: The International History Review. Band 40, Nr. 5, 20. Oktober 2018, ISSN 0707-5332, S. 1014–1033, doi:10.1080/07075332.2018.1436581 (englisch, tandfonline.com [abgerufen am 11. Juli 2025]).
  6. ↑ Prof. Israel Dostrovsky. Israelische Akademie der Wissenschaften, abgerufen am 28. April 2026 (englisch).
  7. ↑ Ramsay Medal Winners. In: University College London. Abgerufen am 28. April 2026 (englisch).
Personendaten
NAME Dostrovsky, Israel
KURZBESCHREIBUNG israelischer Chemiker
GEBURTSDATUM 29. November 1918
GEBURTSORT Odessa
STERBEDATUM 28. September 2010
STERBEORT Israel