Iulius Marinus

Iulius Marinus († nach 244 n. Chr.) war der Vater des römischen Kaisers Philippus Arabs und seines Bruders Gaius Iulius Priscus. Nach seinem Tod wurde er vergöttlicht (consecratio) und in der von seinem Sohn gegründeten Stadt Philippopolis in der römischen Provinz Arabia verehrt.

Bronzemünze des Marinus

Über das Leben des Iulius Marinus ist nur wenig bekannt. Er stammte vermutlich aus der Landschaft Trachonitis im Südwesten Syriens, der Herkunftsregion des Philippus Arabs. Dieser gründete dort die nach ihm benannte Stadt Philippopolis. Die spätantike Epitome de Caesaribus behauptet, Philippus sei aus einfachsten Verhältnissen hervorgegangen und sein Vater sei ein „berühmter Anführer von Räubern“ (nobilissimus latronum ductor) gewesen. Diese Darstellung wird jedoch überwiegend als unzuverlässig angesehen, da sie kaum mit der erfolgreichen senatorischen Laufbahn von Marinus’ Sohn Gaius Iulius Priscus vereinbar ist. Marinus starb während der Regierungszeit seines Sohnes (244–249). Er wurde anschließend durch einen Senatsbeschluss oder auf kaiserliche Anordnung konsekriert und als Divus Marinus verehrt.

In Philippopolis wurde Marinus ein Tempel errichtet, von dem Reste erhalten sind. Mehrere dort gefundene griechische Inschriften bezeichnen ihn als „Gott Marinus“ (θεῷ Μαρίνῳ) beziehungsweise als „Gott und Vater des Kaisers“. Möglicherweise ist Marinus außerdem mit einem gleichnamigen Amtsträger identisch, der in einer Inschrift aus dem ersten Jahr der Stadt Philippopolis als Vorsitzender der Ratsversammlung genannt wird. Diese Gleichsetzung ist jedoch nicht gesichert. Die Vergöttlichung des Marinus wird auch durch Münzen der Kolonie Philippopolis bezeugt, die sein Bildnis sowie die Legende „dem Gott Marinus“ (θεῷ Μαρίνῳ) tragen.

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Epitome de Caesaribus 28,4.
  2. ↑ IGR I 1196.
Personendaten
NAME Marinus, Iulius
KURZBESCHREIBUNG Vater des römischen Kaisers Philippus Arabs
GEBURTSDATUM 2. Jahrhundert
STERBEDATUM nach 244