Ivan Klíma (* 14. September 1931 in Prag, als Ivan Kauders; † 4. Oktober 2025 ebenda) war ein tschechischer Schriftsteller.
Ivan Kauders war ein Sohn des Elektroingenieurs Wilhelm Kauders (1906–1985). Die Familie wurde 1942, da seine Eltern jüdischer Herkunft waren, von der deutschen Besatzungsmacht im Ghetto Theresienstadt inhaftiert. Nach der Befreiung der Tschechoslowakei 1945 änderte sie ihren Namen. Nach seinem Studium war Ivan Klíma als Journalist und Lektor tätig, z. B. bei der später verbotenen Literaturzeitschrift Literárni listy. Im Anschluss an die Niederschlagung des Prager Frühlings 1968 erhielt Klíma Publikationsverbot. Schon ein Jahr zuvor war er wegen seiner kritischen Haltung aus der Kommunistischen Partei der Tschechoslowakei ausgeschlossen worden, in die er 1953 eingetreten war.
1969 ging Klíma für ein Semester als Dozent an die University of Michigan in Ann Arbor/USA. 1970 kehrte er nach Prag zurück und verfasste hier Theaterstücke und Romane, die wegen des Publikationsverbotes bis 1989 nur im Ausland erscheinen durften.
2002 wurde Klíma mit dem Franz-Kafka-Literaturpreis der Franz-Kafka-Gesellschaft in Prag ausgezeichnet, 2010 mit dem Preis Magnesia Litera in der Kategorie Publizistik.
Seine Bücher sind inzwischen in über 30 Sprachen übersetzt. Ivan Klíma starb am 4. Oktober 2025 im Alter von 94 Jahren in seiner Geburtsstadt.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Klíma, Ivan |
| ALTERNATIVNAMEN | Kauders, Ivan (Geburtsname) |
| KURZBESCHREIBUNG | tschechischer Schriftsteller |
| GEBURTSDATUM | 14. September 1931 |
| GEBURTSORT | Prag |
| STERBEDATUM | 4. Oktober 2025 |
| STERBEORT | Prag |