J. Bernlef

J. Bernlef (2008)

J. Bernlef (eigentlich Hendrik Jan Marsman; * 14. Januar 1937 in Sint Pancras; † 29. Oktober 2012 in Amsterdam) war ein niederländischer Schriftsteller, der in seiner Lyrik und Prosa vor allem der Frage nachging, „inwieweit sich subjektives und objektives Erleben, Erinnern und Vergessen, Beobachtung und Wahrnehmung in Sprache fassen lässt.“ Mit seinem Roman Hersenschimmen (Hirngespinste) von 1984, der die innere Erfahrungswelt eines Alzheimerkranken zu schildern versucht, wurde Bernlef auch in Deutschland bekannt. Der Roman wurde 1988 verfilmt, später zudem für die Bühne bearbeitet.

Leben

Bernlef wurde 1937 in Sint Pancras, einem Dorf nördlich von Alkmaar, in den Niederlanden geboren und wuchs mit einigen Unterbrechungen in Amsterdam auf, wo er bis zu seinem Lebensende lebte. Nach dem Abitur (1955) arbeitete er in einer Buchhandlung und leistete von 1956 bis 1958 den Militärdienst ab. In dieser Zeit wurden erste Gedichte Bernlefs in Zeitschriften veröffentlicht. In die Jahre 1958 und 1959 fallen längere Aufenthalte in Schweden, wo er als Gelegenheitsarbeiter seinen Lebensunterhalt verdiente, aber auch ernsthaft mit dem Schreiben begann. Von 1960 bis 1964 bei einer Buchimportfirma tätig, arbeitete Bernlef seitdem als freier Schriftsteller und Übersetzer. Aus dem Schwedischen übersetzte Bernlef unter anderem Lars Gustafsson, Per Olof Sundman und Tomas Tranströmer sowie aus dem Amerikanischen Elizabeth Bishop und Marianne Moore. Neben Sprache interessierte sich Bernlef leidenschaftlich für Jazzmusik – worüber er ebenfalls einige Bücher veröffentlicht hat. Er starb im Alter von 75 Jahren in seinem Wohnort Amsterdam.

Werke

J. Bernlef (1979)

Literatur

Auszeichnungen

Einzelnachweise

  1. 1 2 Schrijver Bernlef (75) overleden. De Volkskrant, abgerufen am 29. Oktober 2012
  2. ↑ Internationales Literaturfest Berlin 2004, abgerufen am 29. Januar 2011
  3. ↑ Regie Heddy Honigmann, Hauptrolle Joop Admiraal
  4. ↑ Siehe Alzheimerforum, abgerufen am 29. Januar 2011, und THEATER RAMPE Verfall eines Alzheimer-Kranken: "Hirngespinste" in der Regie von Chaim Levano gastiert im Saalbau Neukölln – Berliner Zeitung, abgerufen am 29. Januar 2011
  5. ↑ Schöngeistiges Irresein - 'Hirngespinste' - ein Roman des Niederländers J. Bernlef (Memento vom 27. November 2012 im Webarchiv archive.today), abgerufen am 29. Januar 2011. Koopmann hält es für fragwürdig, wenn der Ich-Erzähler Marten Klein seine zunehmende Verwirrung selber darstellt, nämlich „erstaunlich klar“. Man könne bezweifeln, im Kopf eines Schizophrenen gehe es derart ordentlich zu. Nur die Kindheitserinnerungen des Erzählers seien nachvollziehbar ein Bollwerk gegen die Zersetzung. Der „sanfte“ Erzählton mache Kleins Geschichte „grausam und eindringlich“ zugleich.
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Personendaten
NAME Bernlef, J.
ALTERNATIVNAMEN Marsman, Hendrik Jan (wirklicher Name); Appelman, Ronnie (Pseudonym); Grauw, J. (Pseudonym); Cas den Haan (Pseudonym); S. den Haan (Pseudonym); Cas de Vries (Pseudonym)
KURZBESCHREIBUNG niederländischer Schriftsteller
GEBURTSDATUM 14. Januar 1937
GEBURTSORT Sint Pancras heute Langedijk
STERBEDATUM 29. Oktober 2012
STERBEORT Amsterdam