Jacob Stolterfoht

Jacob Stolterfoht

Jacob Stolterfoht, auch Jacobus Stolterfoth (* 20. Juli 1600 in Lübeck; † 4. März 1668 ebenda), war ein deutscher lutherischer Theologe und Pastor.

Leben

Jacob Stolterfoht, ein Sohn des Pastors an der Lübecker Marienkirche Johann Stolterfoht (1555–1628) und seiner Frau Margaretha (1568–1641), geb. Bacmeister, der Tochter von Lucas Bacmeister, absolvierte ein Studium der Theologie an den Universitäten von Rostock, Wittenberg (ab dem 3. Oktober 1621) und Greifswald (1622 bis 1623), ehe er nach Rostock zurückkehrte und dort die Magisterwürde erlangte.

Am 2. Juni 1626 wählte man ihn zum Prediger für St. Marien in Lübeck, und am 27. September 1649 wurde ihm als Nachfolger des verstorbenen Michael Siricius die Pastorenstelle dieser Kirche übertragen. Stolterfoht war ein bedeutender Prediger und Theologe; seine Reputation trug ihm mehrere Angebote für höhere Positionen ein. Unter anderem wurden ihm die Stellung des Hofpredigers in Schwerin und des Superintendenten von Schleswig angetragen; Stolterfoht lehnte jedoch sämtliche Angebote ab, da er in Lübeck zu bleiben wünschte. Er wurde dort sehr gut bezahlt und war in der Gemeinde beliebt.

Jacob Stolterfoht war dreimal verheiratet. Am 2. Oktober 1626 hatte er Dorothea Kirchmann, die Tochter Johann Kirchmanns geehelicht. Sie verstarb am 18. Juni 1637; der Ehe entstammten sieben Kinder. Die zweite Ehe, aus der drei Kinder hervorgingen, schloss Stolterfoht am 25. Juni 1638 mit Anna Hackhusen, die am 3. August 1664 starb. Seine dritte Ehefrau, Gertrud Steinmann, heiratete er am 31. Juli 1665; sie starb schon im folgenden Jahr, zwei Jahre vor Stolterfoht. Stolterfoths aus Holz gefertigtes Epitaph in der Marienkirche zeigte in einer Rundbogennische, die von zwei vorgesetzten gewundenen und von Weinreben umrankten Säulen eingefasst wird, das von Matthias Black gemalte ovale Brustbild angebracht. Putten, zum Teil mit Leidensattributen Christi, belebten und krönten die barocke phantastische Umrahmung. Zu unterst befand sich eine herzförmige Inschrifttafel. Das Epitaph befand sich an der Nordwand der Marientidenkapelle (Beichtkapelle); es verbrannte beim Luftangriff auf Lübeck am 29. März 1942.

Sein Sohn Matthäus Stolterfoht wurde Sekretär der Bergenfahrer, ein weiterer Sohn, Jacob (1633–1696), wurde Ratsapotheker und war der Vater von Johann Jacob Stolterfoht.

In den 1640er Jahren wechselte Jacob Stolterfoht mehrere Streitschriften mit dem Stettiner Generalsuperintendenten Jacob Fabricius über die Bedeutung von Visionen und Offenbarungen.

Werke (Auswahl)

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Eintrag von Jacob Stolterfoht im Rostocker Matrikelportal
  2. ↑ Eintrag von Jacob Stolterfoht im Rostocker Matrikelportal
  3. ↑ Jürgen Beyer: Ein Blick in die Küche des Pastors Jacob Stolterfoth (1650). In: Zeitschrift für Lübeckische Geschichte, 97, 2017, S. 133–160, hier S. 142f.
  4. ↑ Gustav Schaumann, Friedrich Bruns (Bearbeiter): Die Bau- und Kunstdenkmäler der Freien und Hansestadt Lübeck. Hrsg. von der Baudeputation. Band 2, Teil 2: Die Marienkirche. Nöhring, Lübeck 1906, S. 361 archive.org
  5. ↑ Jonathan Strom: Jacob Fabricius, Friedrich Breckling und die Debatte um Visionen und neue Offenbarungen. In: Wolfgang Breul, Marcus Meier, Lothar Vogel (Hrsg.): Der radikale Pietismus. Perspektiven der Forschung (Arbeiten zur Geschichte des Pietismus, 55). Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2010, S. 249–269. Jürgen Beyer: Lay prophets in Lutheran Europe (c. 1550–1700) (Brill’s series in church history and religious culture, 74). Brill, Leiden/Boston 2017, S. 194–200.
Personendaten
NAME Stolterfoht, Jacob
ALTERNATIVNAMEN Stolterfoht, Jacobus
KURZBESCHREIBUNG Lübecker Pastor und Theologe
GEBURTSDATUM 20. Juli 1600
GEBURTSORT Lübeck
STERBEDATUM 4. März 1668
STERBEORT Lübeck