Die Jacobi-Polynome (nach Carl Gustav Jacob Jacobi), auch hypergeometrische Polynome, sind eine Menge polynomieller Lösungen des Sturm-Liouville-Problems, die einen Satz orthogonaler Polynome bilden, und zwar auf dem Intervall bezüglich der Gewichtsfunktion mit . Sie haben die explizite Form
oder mit Hilfe der verallgemeinerten hypergeometrischen Funktion :
Man kann die Jacobi-Polynome auch mit Hilfe einer Rekursionsformel bestimmen.
mit den Konstanten:
Der Wert für ist
Es gilt die folgende Symmetriebeziehung
woraus sich der Wert für ergibt:
Sie erfüllen die Orthogonalitätsbedingung
Aus der expliziten Form können die -ten Ableitungen abgelesen werden. Sie ergeben sich als:
Die Eigenwerte der symmetrischen Tridiagonalmatrix
mit
stimmen mit den Nullstellen von überein. Somit bietet der QR-Algorithmus die Möglichkeit, die Nullstellen näherungsweise zu berechnen. Weiterhin kann man beweisen, dass sie einfach sind und im Intervall liegen.
Mit Hilfe der Landau-Symbole lässt sich folgende Formel aufstellen:
Für alle gilt
Die Funktion
wird daher als erzeugende Funktion der Jacobi-Polynome bezeichnet.
Einige wichtige Polynome können als Spezialfälle der Jacobi-Polynome betrachtet werden:
Ein nützlicher Spezialfall der Jacobi-Polynome tritt bei kugelsymmetrischen Problemstellungen auf, bei denen Lösungen nur vom Radius abhängen. Dabei treten häufig Integrale mit Gewicht auf, etwa bei elektrischen Feldern, Dichteprofilen oder Temperaturverteilungen in Kugelkoordinaten. Durch die Transformation lassen sich die Jacobi-Polynome auf das Intervall mit Gewicht übertragen.
Dies führt zu einer explizit orthonormalisierten Darstellung:
Diese Polynome erfüllen die Orthonormalitätsrelation:
Die Funktionen bilden eine normierte, monomiale Basis und sind insbesondere nützlich für radial gewichtete Funktionen auf Kugelintervallen. Sie entsprechen (bis auf Normierung) den Jacobi-Polynomen .