Definition
Für eine differenzierbare Funktion
ist die Funktionaldeterminante definiert als die Determinante der Jacobi-Matrix von
, also als

mit
.
Für die Transformation von Volumenelementen, einen wichtigen Anwendungsfall in der Physik, reicht diese Definition aus. Die Flächenformel der Maß- und Integrationstheorie beschreibt dagegen auch, wie sich Integrale über Funktionen, die Räume unterschiedlicher Dimension ineinander abbilden, transformieren. In diesem Anwendungsfall ist
keine quadratische Matrix mehr, sodass der Ausdruck oben nicht mehr definiert ist. Man verwendet dann die folgende Definition:
Die verallgemeinerte Funktionaldeterminante einer Funktion
ist definiert als

Dabei bezeichnet
die Jacobi-Matrix und
ihre Transponierte. Der Ausdruck
wird gramsche Determinante von
genannt.
Solange die betrachtete Abbildung keine Selbstabbildung ist, ist es üblich, das Präfix verallgemeinerte wegzulassen. Bei Selbstabbildungen kann dies allerdings zu Missverständnissen führen, da beide Definitionen im Allgemeinen unterschiedliche Werte annehmen. Ein Unterschied ergibt sich, wenn
gilt:

Im Kontext der Flächen- bzw. Transformationsformel wird allerdings ohnehin immer der Betrag verwendet.
Beispiele
Bei der Integration über geometrische Objekte ist es oft unpraktisch, über kartesische Koordinaten zu integrieren. So lässt sich in der Physik das Integral über ein radialsymmetrisches Potentialfeld, dessen Wert nur von einem Radius
abhängt, wesentlich leichter in Kugelkoordinaten berechnen.
Um dies zu tun, wendet man eine Koordinatentransformation
an. Nach dem Transformationssatz gilt dann in diesem Beispiel:

Im Folgenden sind Rechnungen zu drei Koordinatensystemen aufgeführt:
Polarkoordinaten
Die Umrechnungsformeln von Polarkoordinaten in kartesische Koordinaten lauten:


Die Funktionaldeterminante lautet also:

Folglich ergibt sich für das Flächenelement
:

Kugelkoordinaten
Die Umrechnungsformeln von Kugelkoordinaten (
) in kartesische Koordinaten lauten:
,
und
.
Die Funktionaldeterminante lautet also:

Folglich ergibt sich für das Volumenelement
:

Manchmal ist es praktischer, mit folgender Konvention zu arbeiten:
,
und
.
Die Funktionaldeterminante lautet somit:

Also ergibt sich für das Volumenelement
:

Zylinderkoordinaten
Die Umrechnungsformeln von Zylinderkoordinaten (
,
,
) in kartesische Koordinaten lauten:

Die Funktionaldeterminante lautet also:

Folglich ergibt sich für das Volumenelement
:

Genauso gut hätte man eine andere Reihenfolge der Zylinderkoordinaten wählen können. Die Funktionaldeterminante lautet dann beispielsweise:

In das Transformationsgesetz geht jedoch immer nur der Betrag der Determinante ein, also ist das Ergebnis dann unabhängig von der gewählten Reihenfolge der Variablen, nach denen abgeleitet wird.