| Jacobson-Gymnasium | |
|---|---|
| Schulform | Gymnasium |
| Schulnummer | 68032 |
| Gründung | 1801 |
| Adresse | St.-Annen-Straße 23 |
| Ort | Seesen |
| Land | Niedersachsen |
| Staat | Deutschland |
| Koordinaten | 51° 53′ 11″ N, 10° 9′ 39″ O |
| Träger | Landkreis Goslar |
| Schüler | 590 (2021/22) |
| Lehrkräfte | 49 |
| Leitung | Stefan Bungert |
| Website | www.jacobson-gymnasium.de |
Das Jacobson-Gymnasium in Seesen (kurz auch: JGS) ging aus der 1801 gegründeten Jacobsonschule hervor. Das Gymnasium befindet sich seit dem Schuljahr 1972/1973 in einem Neubau im Schulzentrum Sonnenberg an der St.-Annen-Straße.



Im späten Frühjahr des Jahres 1801 kaufte der Unternehmer und jüdische Reformpädagoge Israel Jacobson ein Anwesen mit einem zweistöckigen Haus an der heutigen Jacobsonstraße (ehemalige Junkernstraße) und gründete die Jacobsonschule („Religions- und Industrieschule“) als interreligiöse Schule für jüdische und christliche Kinder. Der Plan für die Gründung der Schule wurde zunächst geheim gehalten, und die Eröffnung wurde von örtlichen Protesten begleitet. Einflussreiche Unterstützung erhielt Jacobson von dem Seesener Gerichtsschultheißen Carl Friedrich Wilhelm Zincken. Bereits 1805 wurde die Schule amtlich als erste überkonfessionelle Simultanschule in Deutschland anerkannt.
Knapp ein halbes Jahrhundert nach ihrer Gründung, im Jahre 1846, wurde das Gebäude der Schule aufgrund der auf knapp 150 Schüler angestiegene Schülerzahl zur Hofseite hin erweitert. Die Schulform war bis 1870 eine Realschule II. Ordnung, was einer Mittelschule ähnelte. 1868 bis 1875 war der Rittergutsbesitzer Gotthelf Jacobson auf Kronsberg bei Hannover geschäftsführendes Mitglied des Schul-Kuratoriums. Bis Anfang der 1870er Jahre stieg der Anzahl der Schüler weiter auf etwa 235. Deshalb wurde zum alten Schulgebäude ein Nachbargrundstück in der heutigen Jacobsonstraße/Ecke Bismarckstraße gekauft. Hier entstand, als Verlängerung des alten Schulgebäudes, das neue Gebäude, welches im August 1873 fertiggestellt wurde.
1922 wurde die Jacobsonschule verstaatlicht, da die Schule in finanzielle Not geraten war.
Da die Schule aufgrund ihrer Lage in der Stadtmitte ohne Erweiterungsmöglichkeiten war und der Bedarf an besseren Bedingungen für die Naturwissenschaften, Sport und Musik stieg, kam es Anfang der 1960er Jahre zu Diskussionen über einen Neubau des Gymnasiums. Obwohl der Schulträger 1966 einem Neubau in absehbarer Zeit nicht zustimmen konnte, kam es schließlich dennoch 1967 zu dem Beschluss des Landkreises für den Neubau der Schule am Sonnenberg, nachdem für die alte Schule zwingende Renovierungsarbeiten notwendig gewesen wären. 1969 begannen die Bauarbeiten, so dass zum Schuljahresbeginn 1972/1973 in das heutige Schulgebäude eingezogen werden konnte.
Im Februar 2023 wurde dem Gymnasium im Rahmen einer Feierstunde der Titel Europaschule in Niedersachsen verliehen, den es bereits seit August 2022 führen darf. Neben zahlreichen europäischen Partnern hat das Gymnasium auch Beziehungen zu Israel, Burkina Faso sowie Namibia und gehört zum Netzwerk „Niedersächsische Schulen MIT Afrika“.
Von Jahrgang acht bis zehn haben Schüler die Möglichkeit, ein naturwissenschaftliches Neigungsangebot zu nutzen. Ab Jahrgang sieben kann ein bilinguales Sprachangebot in einem Sachfach gewählt werden.
Seit dem Schuljahr 2024/25 bietet das Jacobson-Gymnasium eine Chorklasse an.
Die Schule ist seit 2025 Mitglied im Netzwerk Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage.
Jedes Jahr findet ein Schüleraustausch mit den folgenden Schulen statt:
Alle zwei Jahre:

Am Jacobsonplatz
wurde vor dem Portal des heutigen Bürgerhauses – dem Alumnat der ehemaligen Jacobsonschule – eine Stolperschwelle verlegt, die an 260 ermordete Schüler erinnert. Sie trägt die Inschrift:
| Hier lebten und lernten 260 Schülerinnen und Schüler der Jahrgänge 1850 bis 1924 Sie wurden Opfer der Nazi-Herrschaft 1933 bis 1945 gedemütigt, entrechtet, verfolgt, verhaftet, misshandelt, deportiert, ermordet |