Jacques Heers

Jacques Heers (1942)

Jacques Heers (* 6. Juli 1924 in Paris; † 10. Januar 2013 in Angers) war ein französischer Historiker, dessen Spezialgebiet das Mittelalter ist. Er lehrte vor allem an der Universität Paris-Nanterre und war Direktor für Mediävistik an der Universität Paris IV. Obwohl Schüler von Fernand Braudel, gehörte er keiner Schule an.

Leben

Jacques Heers besuchte die Schule in La Ferté-Bernard im Département Sarthe und wurde 1945 zunächst Grundschullehrer. Von dort erwarb er seine Licence in Geschichte an der Sorbonne und qualifizierte sich nacheinander 1948 und 1949 als Gymnasiallehrer (CAPES) und als Agrégé in Geschichte. Zwischen 1949 und 1951 war er Gymnasiallehrer. Ab 1951 gehört er dem Centre national de la recherche scientifique (CNRS) an, wo er auf Fernand Braudel stieß. Auf dessen Veranlassung bereitete er sein staatliches Doktorat in Italien mit einer Arbeit über die Geschichte Genuas im 15. Jahrhundert vor und wurde 1958 an der Sorbonne mit „Gênes au XVe siècle: activités économiques et société“ (Genua im 15. Jahrhundert: wirtschaftliche Tätigkeiten und Gesellschaft) promoviert. Nach seiner Rückkehr aus Italien wurde er Assistent bei Georges Duby in Aix-en-Provence. 1957 wurde er auf einen Lehrstuhl an der Universität in Algier berufen und lehrte dort bis 1962, danach in Caen, Rouen, an der Universität Paris-Nanterre und an der Sorbonne.

Forschung

In seiner Forschung widmete er sich folgenden Themen:

Bekanntheit in Deutschland

In Deutschland wurde Jacques Heers 1986 mit seinem auch ins Italienische, Portugiesische und Spanische übersetzten Werk „Vom Mummenschanz zum Machttheater. Europäische Festkultur im Mittelalter“ („Fêtes des fous et carnavals au Moyen Âge“, 1983) bekannt.
Seine Arbeiten zur Geschichte der Sklaverei im Mittelmeerraum im Mittelalter, mit denen er sich in die Nachfolge von Charles Verlinden stellt, und zum islamischen Sklavenhandel haben ebenfalls Aufmerksamkeit gefunden.

Werke (Auswahl)

Einzelnachweise

  1. ↑ Biographische Daten von Jacques Heers in: Le Monde
  2. ↑ Gênes au XVe siècle : activités économiques et société, Paris, SEVPEN, 1961; gekürzte Ausgabe bei Flammarion 1971.
  3. ↑ Vgl. dazu u. a. Le Moyen Âge, une imposture, Paris, Perrin, 1992 (Das Mittelalter: Eine falsche Vorstellung).
  4. ↑ Gespräch mit Jacques Heers in der Nouvelle Revue d’Histoire, Nr. 29, März-April 2007, S. 13.
  5. ↑ Vgl. dazu Die Rolle der Araber (franz.). und Die ermordete Geschichte (franz.) (Memento des Originals vom 7. Dezember 2009 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  6. ↑ Vom Mummenschanz zum Machttheater. Europäische Festkultur im Mittelalter, Fischer: Frankfurt a. M. 1986, ISBN 3-10-030702-X.
  7. ↑ Esclaves et domestiques au Moyen Âge dans le monde méditerranéen, Paris, Hachette, 1996, S. 14, 23.
  8. ↑ Les négriers en terres d’islam VIIe-XVIe siècles, Paris, Perrin, 2007.
  9. ↑ Sklaverei im Mittelalter – der Mittelmeerraum (Memento des Originals vom 7. September 2012 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. (PDF; 69 kB).
Personendaten
NAME Heers, Jacques
KURZBESCHREIBUNG französischer Mittelalterhistoriker
GEBURTSDATUM 6. Juli 1924
GEBURTSORT Paris
STERBEDATUM 10. Januar 2013
STERBEORT Angers