Jacques de Mahieu wurde 1915 in Marseille als Jacques Girault geboren. Während der Zeit seines Doktorats war er Mitglied der rechtsextremen Organisation Action française und Mitarbeiter der Zeitschriften L’Action française und L’Étudiant français, die beide die Ideologie von Charles Maurras verbreiteten. Dem Vichy-Regime sprach er seine Unterstützung aus.
Mahieu schrieb über 20 Bücher, die vor allem durch ihre rassistischen und sexistischen Theorien auffielen. So verbreitete Mahieu die These, die Wikinger seien bereits 967 nach Amerika gereist und hätten dort die Herrscherkaste der Inkas begründet; besonderes Augenmerk legte er dabei auf sexuelle Ausschweifungen. Ähnliche Ansichten verbreitete er über die Templer und Trojaner. Den indigenen Völkern des Kontinents sprach er die Fähigkeit ab, eine Zivilisation zu gründen. Mehrere Expeditionen in den Amazonas und nach Paraguay sollten seine Theorien untermauern. Dabei entdeckte er den Stamm der „Guayakis“, die er nach nationalsozialistischen Rasseprinzipien untersuchte und als halb „arisch“, halb „entartet“ beschrieb und als Nachfahren der Wikinger einführte. Im Nationalpark Sete Cidades entdeckte er bizarre Felsen, die er als Phalli identifizierte und eine weitere Felsenformation, die seiner Forschung nach an die Externsteine erinnern soll.
Mahieus Hauptwerke wurden in Deutschland von Wilfred von Oven übersetzt und im Grabert-Verlag veröffentlicht. Mahieu verstarb am 4. Oktober 1990 in Buenos Aires.
Werke
Deutsche Übersetzungen
Des Sonnengottes große Reise – Die Wikinger in Mexiko und Peru. Grabert Verlag, Tübingen 1972, ISBN 3-87847-025-8 (Le Grand Voyage du Dieu-Soleil)
Des Sonnengottes Todeskampf – Die Wikinger in Paraguay. Grabert Verlag, Tübingen 1973, ISBN 3-87847-027-4 (L’Agonie du Dieu-Soleil)
Des Sonnengottes heilige Steine – Die Wikinger in Brasilien. Grabert Verlag, Tübingen 1975, ISBN 3-87847-032-0
Wer entdeckte Amerika? – Geheimgeographie vor Kolumbus. Grabert Verlag, Tübingen 1977, ISBN 3-87847-035-5 (La Geografía Secreta de América)
Der weiße König von Ipir. Grabert Verlag, Tübingen 1978, ISBN 3-87847-040-1
Die Templer in Amerika oder das Silber der Kathedralen. Grabert Verlag, Tübingen 1979, ISBN 3-87847-045-2 (Les Templiers en Amérique)
Das Wikingerreich von Tiahuanacu – Geschichte eines nordischen Imperiums in Südamerika. Grabert Verlag, Tübingen 1981, ISBN 3-87847-054-1
Die Flucht der Trojaner: Wie ihre Hochkultur über Nordafrika und die Kanarischen Inseln nach Amerika gelangte. Grabert Verlag, Tübingen 1985, ISBN 3-87847-077-0 (La fuite des troies)
12345Jean-Paul Demoule:Mais où sont passés les Indo-Européens? – Le mythe d'origine de l'Occident. In: Maurice Olender (Hrsg.): Points Histoire. 2. Auflage. Nr.525. Éditions du Seuil, Paris 2014, ISBN 978-2-7578-6591-0, S.317 (édition revue et augmentée).
↑Mark Falcoff:Peron’s Nazi Ties. In: Time. 9.November 1998 (aei.org).
↑Friedrich Paul Heller, Anton Maegerle:Thule. Vom völkischen Okkultismus bis zur Neuen Rechten. 2. aktualisierte und überarbeitete Auflage. Schmetterling-Verlag, Stuttgart 1998, ISBN 3-89657-090-0, S.104–109.