Jakob von Vitry

Siegel Jakobs als Bischof von Akkon
Kardinal Jacques de Vitry (Münzbildnis der Renaissance, 1518)

Jakob von Vitry CanReg (lateinisch Iacobus Vitriacensis, französisch Jacques de Vitry, * um 1160/1170 in Vitry-en-Perthois; † 1. Mai 1240 in Rom) war ein mittelalterlicher Kardinal und Geschichtsschreiber.

Leben

Jakob war zunächst Seelsorger in Brabant und betreute hier als Augustinerchorherr die Frauen um Maria von Oignies. 1213 ernannte ihn Papst Innozenz III. zum Kreuzzugsprediger gegen die Albigenser. Wegen seines Erfolges wurde er 1214 zum Bischof von Akkon gewählt, wo er erst 1216 eintraf und geweiht wurde. Auf dem Weg in das Heilige Land hatte er 1216 bewirkt, dass die Beginen vom Papst anerkannt wurden. Als Bischof von Akkon nahm er mit einem eigenen Kontingent am Fünften Kreuzzug teil, insbesondere bei der Belagerung von Damiette (1218–1220). In seinen Briefen aus dieser Zeit kritisierte er seine Mitchristen scharf, die ihre eigentliche Mission den eigenen persönlichen Interessen und Streitigkeiten unterordneten. 1229 wurde Jakob zum Kardinalbischof von Tusculum ernannt und elf Jahre später zum Patriarchen von Jerusalem gewählt. Papst Gregor IX. bestätigte diese Wahl jedoch nicht, die Gründe hierfür sind unklar. Jakob von Vitry verbrachte den Rest seines Lebens in Rom. Er starb als Kardinaldekan am 1. Mai 1240.

Jakobs historische Abhandlungen sind eine der wesentlichen Quellen für die Geschichte des heiligen Landes sowie für den Fünften Kreuzzug. Sein einflussreicher hagiographischer Bericht „De Vita beatae Mariae Oigniacensis“ über die Begine Maria von Oignies blieb für lange Zeit ein Nachahmungsmodell in der weiblichen Hagiographie des späten Mittelalters.

Sermones vulgares von Jakob von Vitry; MS Riant 35, fol.1r, Houghton Library in der Harvard University Library

Werke

Literatur

Commons: Jacques de Vitry – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Anmerkungen

  1. ↑ Todesdatum nach Paravicini Bagliani: Cardinali di curia e „familiae“ cardinalizie. Band 1. 1972, S. 108; am 14. Mai 1240 bezeichnet Papst Gregor IX. ihn als bone memorie.
  2. ↑ Zum Datum seiner Ernennung zum Kardinalbischof vgl. Paravicini Bagliani: Cardinali di curia e „familiae“ cardinalizie. Band 1. 1972, S. 98.
VorgängerAmtNachfolger
Johannes Algrinus OClunKardinaldekan
1237–1240
Rinaldo dei Signori di Ienne, Graf von Segni
Nicola II.Kardinalbischof von Tusculum
1229–1240
Odo von Châteauroux
FlorentBischof von Akkon
1216–1228
Ralph
Personendaten
NAME Jakob von Vitry
ALTERNATIVNAMEN Iacobus Vitriacensis; Jacques de Vitry
KURZBESCHREIBUNG Kardinal und Autor eines lateinischen hagiographischen Berichtes
GEBURTSDATUM um 1165
GEBURTSORT Vitry-en-Perthois
STERBEDATUM 1. Mai 1240
STERBEORT Rom