Jakob Matham

Jacob Matham und seine Mutter Margaretha Jansdochter

Jakob Matham (* 15. Oktober 1571 in Haarlem; † 20. Januar 1631 in Haarlem) war ein niederländischer Kupferstecher, Maler, Zeichner und Verleger von Kupferstichen.

Leben

Matham war ein Sohn des Adriaen Matham († um 1579), sowie der Stiefsohn und Schüler des Hendrick Goltzius (1558–1617), der nach dem Tod des Vaters 1579 seine Mutter Margaretha Jansdochter (geborene Bartsen; 1549/50–1631) geheiratet hatte. Zwischen 1593 und 1598 besuchte er mit Francesco (Frans) Badens (1571 – 17. November 1618) Italien, wo sie unter anderem Venedig und Rom besuchten. Jacob Lauri verlegte 1598 einen seiner Stiche in Rom, den er nach P. Bramer die heilige Apollonia ausgeführt hatte. Anschließend kehrte er nach Haarlem zurück und stach das Bildnis eines Wales, der an der holländischen Küsten gestrandet war. Im Jahr 1600 wurde er in die St. Lukasgilde aufgenommen. 1605 wurde er Doyen (Obmann oder Vorstand) der Gilde. 1616 war er Teil der Haarlemer Bürgerwehr.

Matham stach eine große Zahl von Blättern, die er teilweise nach Goltzius oder nach eigenen Zeichnungen anfertigte. Der Großteil seiner Werke entstand jedoch nach italienischen, deutschen und niederländischen Meistern, darunter Abraham Bloemaert, Albrecht Dürer, Raffael, Michelangelo, Tizian, Karel van Mander, Michiel van Mierevelt, „welche zwar unter manierierter Formenbehandlung leiden, aber durch die elegante und zarte Führung des Grabstichels auf die Entwicklung der Kupferstichtechnik von großem Einfluss gewesen sind.“ Nach dem Tod seines Stiefvaters vollendete er dessen begonnenen Stich der Hochzeit zu Kana nach Francesco Salviati, die aus zwei Blättern bestand.

Der Nürnberger Auktionator Schmidmer versteigerte 1825 mehrere Kupferstiche Mathams aus dem Nachlass des königlich-preußischen Hauptmanns Hans Albrecht von Derschau.

Familie

Matham war mit einer Tochter des Malers Jakob de Gheyn II. verheiratet, der ebenfalls ein Schüler seines Stiefvaters war. Seine drei Söhne waren seine Schüler und wurden ebenfalls Kupferstecher. Jan van de Velde I zählte ebenfalls zu seinen Schülern.

Werke (Auswahl)

Herkules und Omphale
Frederik Hendrik, prins van Oranje-Nassau

eigene Zeichnungen oder Gemälde

Literatur

Commons: Jacob Matham – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Woldemar von Seidlitz: Hendrick Goltzius – Geb. im Februar 1558; gest. am 1. Januar 1617. In: Allgemeines historisches Porträtwerk: eine Sammlung von 600 Porträts der berühmtesten Personen aller Völker und Stände seit 1300 : mit biographischen Daten. Serie 8/9: Künstler und Musiker. Verlagsanstalt für Kunst und Wissenschaft, München 1888, S. 31, doi:10.11588/DIGLIT.67413 (uni-heidelberg.de).
  2. ↑ Margaretha Jansdochter (1549/50–1631), seit 1579 Ehefrau von Hendrick Goltzius (sammlung.mkk.art).
  3. ↑ Otto Hirschmann: Hendrick Goltzius, 1558–1617, Leben und graphische Arbeiten. Klinkhardt, Leipzig 1914, S. 6 (Textarchiv – Internet Archive).
  4. ↑ Ernst Wilhelm Moes: Badens, Francesco. In: Ulrich Thieme, Felix Becker (Hrsg.): Allgemeines Lexikon der Bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart. Begründet von Ulrich Thieme und Felix Becker. Band 2: Antonio da Monza–Bassan. Wilhelm Engelmann, Leipzig 1908, S. 331–332 (Textarchiv – Internet Archive).
  5. ↑ Max Ditmar Henkel: Matham, Jakob. In: Hans Vollmer (Hrsg.): Allgemeines Lexikon der Bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart. Begründet von Ulrich Thieme und Felix Becker. Band 24: Mandere–Möhl. E. A. Seemann, Leipzig 1930, S. 237–238 (Textarchiv – Internet Archive).
  6. ↑ Matham, Jakob, niederländ. Kupferstecher. In: Meyers Konversations-Lexikon. 4. Auflage. Band 11, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig/Wien 1885–1892, S. 339.
  7. ↑ Wedding at Cana. (englisch, artmuseum.princeton.edu).
  8. ↑ Verzeichniss der seltenen Kunst-Sammlungen … Manuscripten und Büchern … des dahier verstorbenen … Herrn Hans Albrecht von Derschau, welche zu Nürnberg … gegen gleich baare Bezahlung versteigert werden sollen. Schmidmer, 1825, S. 74, Bild 58. bis 62. (books.google.de).
  9. ↑ Max Ditmar Henkel: Matham, Adriaen. In: Hans Vollmer (Hrsg.): Allgemeines Lexikon der Bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart. Begründet von Ulrich Thieme und Felix Becker. Band 24: Mandere–Möhl. E. A. Seemann, Leipzig 1930, S. 237 (Textarchiv – Internet Archive).
  10. ↑ Max Ditmar Henkel: Matham, Jan. In: Hans Vollmer (Hrsg.): Allgemeines Lexikon der Bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart. Begründet von Ulrich Thieme und Felix Becker. Band 24: Mandere–Möhl. E. A. Seemann, Leipzig 1930, S. 238 (Textarchiv – Internet Archive).
  11. ↑ Max Ditmar Henkel: Matham, Theodor (Dirck). In: Hans Vollmer (Hrsg.): Allgemeines Lexikon der Bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart. Begründet von Ulrich Thieme und Felix Becker. Band 24: Mandere–Möhl. E. A. Seemann, Leipzig 1930, S. 238–239 (Textarchiv – Internet Archive).
  12. ↑ Jakob Matham. In: Kupferstiche, Radierungen, Holzschnitte; Clairobscurs des XV bix ende des XIX Jahrhunderts. Berlin 1905, S. 48 (Textarchiv – Internet Archive).