| Film | |
| Titel | Jakobs Ross |
|---|---|
| Produktionsland | Schweiz, Luxemburg |
| Originalsprache | Schweizerdeutsch |
| Erscheinungsjahr | 2024 |
| Länge | 103 Minuten |
| Stab | |
| Regie | Katalin Gödrös |
| Drehbuch | Urs Bühler, Ulrike Maria Hund (Drehbuchmitarbeit) |
| Produktion | Anita Wasser, Michael Steiger, Alexander Dumreicher-Ivanceanu, Bady Minck |
| Musik | Balz Bachmann |
| Kamera | Sebastian Edschmid |
| Schnitt | Isabel Meier |
| Besetzung | |
| |
Jakobs Ross ist ein historischer Kinofilm aus dem Jahr 2024, basierend auf dem gleichnamigen Roman von Silvia Tschui, bei dem Katalin Gödrös Regie führte. Er ist eine schweizerisch-luxemburgische Koproduktion und startete am 18. Januar 2024 in den Kinos der deutschen Schweiz. Die Hauptrollen spielen Luna Wedler, Valentin Postlmayr und Max Hubacher.
Der Film spielt im 19. Jahrhundert in einem nicht näher bezeichneten Ort in den Schweizer Alpen. Die junge Elsie dient im Haus von Direktor Burgener als Hausmagd. Elsies wunderbare Singstimme wird allgemein als Anmassung, vom Priester sogar als Sünde betrachtet, nur Burgeners Tochter Sophie ermutigt Elsie, mit ihr zusammen in Florenz Musik zu studieren. Der Hausherr jedoch knüpft ein Stipendium an Bedingungen – Elsie muss sich von ihm sexuell missbrauchen lassen. Als sie schwanger wird, sagt er vor Zeugen aus, sie habe sich mit dem Stallknecht Jakob getroffen. Damit zwingt er Elsie und Jakob in eine Ehe und schiebt das Paar mit etwas Mitgift auf eine ärmliche Pacht ab. Elsie träumt weiterhin von einer Karriere als Musikerin, während Jakob vom hart verdienten Geld ein eigenes Ross kaufen und einen Fuhrbetrieb eröffnen möchte.
Um das nötige Geld zu bekommen, plant Jakob, den Fabrikanten als den eigentlichen Kindsvater zu erpressen. Doch Elsie treibt das Kind mit Hilfe der Kräuterfrau Lina ab. Jakob gerät darüber in Wut und verkauft Elsies Örgeli. Als Geldquelle ersteigert er auf einem Dorffest den Verdingbuben Kari, beim folgenden Tanz lernt Elsie den attraktiven jenischen Musiker Rico kennen. Die zwei verlieben sich ineinander und träumen von einem gemeinsamen Leben als reisende Musiker. Jakob und Elsie geraten immer häufiger in Streit. Im kommenden Winter verliert Elsie eine Zehe durch Erfrierung, die Jakob ihr amputiert.
Als Elsie und Rico sich im Frühjahr erneut treffen und miteinander schlafen, bekommt Kari das mit und berichtet es Jakob, der gerade im Dorf sein ersehntes Ross gekauft hat. Jakob eilt zum Haus und überlässt das Ross Kari, der es jedoch nicht halten kann. Es reisst sich los, frisst Eibenzweige und verendet nach wenigen Minuten. Während Jakob wütend die Eibe fällt, rotten die Männer des Dorfes sich gegen die jenischen Musiker zusammen, treiben sie ins Wasser und steinigen sie dort zu Tode. Jakob sieht ein, dass Elsie und er nicht gegen-, sondern nur miteinander ein angemessenes Leben führen können. Er kauft ihr Örgeli zurück und nimmt ihre von Rico gezeugte Tochter als eigenes Kind an.
Jakobs Ross ist eine Produktion der Turnus Film in Zürich in Koproduktion mit Amour Fou Luxemburg, Schweizer Radio und Fernsehen SRF/SRG, Arte, Ascot Elite Entertainment und Blue+. Unterstützt wurde er durch die Filmförderung Luxemburg, Bundesamt für Kultur, Zürcher Filmstiftung, Kanton St. Gallen, Suissimage und Ticino Filmcommission.
Gedreht wurde der Film im Bergell und im Tessin. Die Studioaufnahmen entstanden in Luxemburg.
Für das Szenenbild zeichnet Marion Schramm verantwortlich, für die Kostüme Ursina Schmid und für die Maske Marc Hollenstein. Geschnitten wurde der Film von Isabel Meier.
Die Kritiken zum Film Jakobs Ross sind größtenteils positiv. Besonders hervorgehoben wird die schauspielerische Leistung von Hauptdarstellerin Luna Wedler. Sie erhielt 2025 eine Nomination für den Schweizer Filmpreis als Beste Hauptdarstellerin.
Irene Genhart vom Schweizer Kinoportal Cineman gibt dem Film 4.5 von 5 Sternen: «Katalin Gödros hat Silvia Tschuis historischen Debütroman als fulminant herbes Beziehungs- und Emanzipationsdrama verfilmt. Ihr Film punktet mit aufwändigen Kostümen, sensationeller Kamera, tollen Hauptdarstellern und Liedern, die, von Luna Wedler gesungen, direkt ins Herz gehen.»
Michael Sennhauser, Filmkritiker bei SRF, vergleicht den Film mit der Romanvorlage und kommt zum Schluss, der Film setze ein eigenes Statement: «Der Film steht als beeindruckend realistische Interpretation des Buchs auf eigenen Füßen. Das singende, strahlende, dem Leid und der Härte trotzende Herz dieses Films ist Luna Wedlers Elsie.»
Filmkritikerin Madeleine Hirsiger schreibt: «Mit ungeheurer Wucht erzählt und voller unbändiger Lebenskraft und Musik. Es ist ein Drama erster Güte, (das) fasziniert und Parallelen zur heutigen Welt aufzeigt.»