Happy RIZZI House in BraunschweigRizzi und der von ihm gestaltete New Beetle, 2006„Rizzi-Bahn“ in WeinsbergJames Rizzis Handabdruck in der Lloyd-Passage in Bremen
James Rizzi wurde als Sohn einer Mutter irischer Herkunft und eines Vaters aus italienischer Familie geboren und wuchs als eines von drei Kindern im New Yorker Stadtteil Brooklyn in der East 8th Street auf. Rizzi machte seinen Schulabschluss an der Holy Innocents Grammar School, Brooklyn, und besuchte die Erasmus High School, ebenfalls in Brooklyn. Ab 1969 studierte er Kunst an der University of Florida in Gainesville. Bereits während seines Studiums beschäftigte er sich mit der Kombination von Malerei und Skulptur und entwickelte schließlich die von ihm häufig verwendete Technik der 3D-Grafik. Nach Abschluss seines Studiums 1974 hatte er erstmals Gelegenheit, seine Arbeiten im New Yorker Brooklyn Museum der Öffentlichkeit zu präsentieren.
Mit wachsender Popularität begannen sich Galerien und Museen für seine Werke zu interessieren, aber auch neben der Malerei fand Rizzi ein breites Betätigungsfeld, indem er unter anderem Platten/CD-Cover, Animations-Musik-Videos und verschiedenste Gebrauchsgegenstände, von Telefonwertkarten bis zu Rosenthal-Porzellan, gestaltete. Zahlreiche Einzelausstellungen und Auszeichnungen waren die Folge, zu Lebzeiten war James Rizzi einer der populärsten zeitgenössischen Künstler der Pop Art.
Rizzi hat sich mehrmals in Kooperation mit deutschen Organisationen für wohltätige Zwecke engagiert. So ging beispielsweise in einer Zusammenarbeit mit dem „Lions Club Krefeld Rheintor“ der Erlös einer kompletten limitierten und signierten Edition der Lithografie „Gone With The Wind“ an die Opfer der Hurrikankatastrophe in New Orleans. Für Peter Maffays unter der Schirmherrschaft der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel stehendes Projekt „Begegnungen“ zugunsten hilfsbedürftiger Kinder übernahm Rizzi die Patenschaft für ein Schulprojekt des Lakota-Indianerstammes im US-Bundesstaat South Dakota.
Rizzi starb in der Nacht auf den 26. Dezember 2011 in seinem Studio im Stadtteil SoHo im New Yorker Bezirk Manhattan. Nach seinem Tod wurden noch zahlreiche 3D-Editionen herausgegeben, die auf Vorzeichnungen des Künstlers basierten. Es wurden aber auch Sneakers unter der Marke Fila im Jahr 2012 in limitierter Auflage in Deutschland, Österreich und der Schweiz verkauft.
Stil
Rizzis Arbeiten haben häufig seine Heimatstadt New York und deren Einwohner zum Inhalt. Die Bilder sind meist von geradezu kindlich-naiver Einfachheit und in sehr bunten Farben gehalten und strahlen Fröhlichkeit, urbane Lebensfreude und Optimismus aus, was ihm von der Kunstpresse die Bezeichnung „Urban Primitive Artist“ einbrachte.
Bei der für ihn charakteristischen dreidimensionalen Konstruktionstechnik werden aus einem Duplikat des Bildes, welches als Hintergrund dient, die Bildelemente des Vordergrundes ausgeschnitten und mittels Brücken aus Schaumstoff oder ähnlichen Werkstoffen in eine zweite Bildebene gesetzt. Dies ruft beim Betrachter, auch durch die entstehenden Schatten, einen von den zwei Ebenen erzeugten 3D-Effekt hervor.
Projekte (Auswahl)
Rizzi-BirdBriefmarken-Übergabe in der Bundeskunsthalle 2008: Frank Appel, Peer Steinbrück und James Rizzi
1996: Zum 40-jährigen Jubiläum der Fluggesellschaft Condor Flugdienst gestaltet Rizzi die Außenflächen einer Boeing 757, den Rizzi-Bird.
1999: Der 15-bändige Brockhaus erscheint in einer von James Rizzi gestalteten Ausgabe, außerdem in einer limitierten Deluxe-Edition mit beigelegter Lithografie.
2002: Im Auftrag der Stadt Heilbronn gestaltet Rizzi einen Stadtbahntriebwagen der Albtal-Verkehrs-Gesellschaft. Diese sog. Rizzi-Bahn verkehrt Stand 2026 nicht mehr und wurde bereits einige Jahre zuvor wegen Rostschäden ausgemustert; sie soll in einem Museum in Tübingen ausgestellt werden.
ca. 2002: Medion MD5950 Pentium-4-Notebook als limitierte Rizzi-Edition (Cover-Bild)
2008: Ausstellung anlässlich der Veröffentlichung der Sonderbriefmarkenserie „Grüße für jeden Anlass“, Museum für Kommunikation, Frankfurt am Main, in Zusammenarbeit mit der Galerie am Dom
↑James Rizzi.5. Oktober 1950 bis 26. Dezember 2011.In:Homepage des Künstlers.Art 28,archiviertvomOriginalam7.Januar 2012;abgerufen am 28.Dezember 2011:„Er war mitten in den Vorbereitungen für neue Projekte, als der Tod ihn ereilte.“
↑Detlef Hauser:Eine Retrospektive mit vielen Highlights | Kultur | Ausstellung in der Stadthalle mit rund 1200 Werken von James Rizzi ist eröffnet | Führungen sind bereits ausgebucht. In: Schwarzwälder Bote Mediengesellschaft mbH (Hrsg.): Schwarzwälder Bote R 2. Nr.188, 15.August 2020.