Jan Coelenbier

Fluss mit Booten, am Ufer eine Windmühle und ein Haus
von Jan Coelenbier

Jan Coelenbier (* 1610 in Kortrijk; begraben am 4. Mai 1680 in der Kirche St. Bavo in Haarlem) war ein niederländischer Maler des goldenen Zeitalters der Niederlande.

Seine Eltern waren Joos Coelenbier aus Kortrijk und dessen Ehefrau Clarcken van Ackere. Die Familie stammt aber nicht von dort, sondern floh 1580 wegen religiösen Unruhen nach Kortrijk.

Nach Angaben des Rijksbureau voor Kunsthistorische Documentatie war er ein Schüler von Pieter de Molijn. Bereits 1632 wurde er in den Aufzeichnungen der Gilde als Meister bezeichnet. Sein letzter Eintrag dort datiert aus dem Jahr 1662. Datierte Gemälde von ihm gibt es aber nur von 1642 bis 1651, wobei von einem längeren Zeitraum seines Schaffens auszugehen ist.

Er ist 1675 und 1676 als Kunsthändler nachgewiesen. Da aus dieser späten Lebensphase keine Bilder von ihm mehr bekannt sind, vermutet Hans-Ulrich Beck, dass er die Malerei zugunsten des Kunsthandels aufgegeben hat. Bereits zuvor hatte er Geld an bekannte Künstler verliehen, so 1640 an Hendrick van Uylenburgh und 1641 an Jan van Goyen (der es 1656 noch nicht zurückbezahlt hatte). 1676 handelte er 26 Werke aus dem Nachlass von Jan Vermeer. Dessen Witwe wollte sie für 500 Gulden verkaufen, um damit Jannetje Stevens zu bezahlen. Anschließend übernahm Leeuwenhoek die Bilder.

Von ihm ist ferner ein auf den 25. Oktober 1679 datiertes Testament bekannt, bevor er am 4. Mai 1680 begraben wurde.

Coelenbier heiratete am 25. April 1638 Pieternella Wittecruys (genannt Crucius).

Œuvre

Jan Coelenbier gilt als einer der „wichtigsten Nachfolger des van Goyen’schen Themenkreises“. Er malte Dünen- und windstille Flusslandschaften, belebt von einer Figurenstaffage zu Fuß, zu Pferde oder auf Wagen. Auf den Flüssen sind zumeist Fischer zu sehen, die oftmals ihre Netze auswerfen, vereinzelt auch Segelboote. Spielzeugartig sind kleine Gebäude wie Bauernhäuser, Windmühlen, Burganlagen und Dörfer komponiert, oftmals am Gewässer vor einer weiten Landschaft. Seine Werke wirken „gleichbleibend freundlich-friedlich“. Dabei ist die Farbauswahl stark an van Goyen angelehnt: Die tonalen Gelb-Braun-Töne überwiegen, nur die Figuren werden oftmals in bunter Lokalfarbe gezeigt, während ein Himmelsblau lediglich angedeutet wird. Obwohl er damit einen eigenen Stil entwickelte und auch van Goyen nie kopiert hat, wurden seine Signaturen später oftmals übermalt, um das Werk van Goyen zuzuschreiben, dem es in der Malweise und Farbe immer ähnlich blieb. In seinem Spätwerk nähert er sich Salomon van Ruysdael an. Charakteristisch ist auch das Ovalformat, welches er sehr oft verwendete.

Werke in öffentlichen Sammlungen

Literatur

Commons: Jan Coelenbier – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Hans-Ulrich Beck, Künstler um Jan van Goyen, Davaco Publishers, Doornspijk 1991, S. 52
  2. ↑ Albert Blankert, Gilles Aillaud, John Michael Montias, vermeer, S. 62
  3. ↑ Recovered twenty-six paintings from Jannetje Stevens to help pay Catherine Bolnes' creditors
  4. ↑ vgl. Hans-Ulrich Beck, Künstler um Jan van Goyen, Davaco Publishers, Doornspijk 1991, S. 52
Personendaten
NAME Coelenbier, Jan
KURZBESCHREIBUNG niederländischer Maler des goldenen Zeitalters der Niederlande
GEBURTSDATUM 1610
GEBURTSORT Kortrijk
STERBEDATUM begraben 4. Mai 1680
STERBEORT Haarlem