Jan Fila

Jan Fila (* 24. Januar 1982 in Prag) ist ein tschechischer Komponist, Arrangeur, Kirchenorganist, Musikwissenschaftler und Lehrer.

Leben

Jan Fila war, während er noch das Erzbischöfliche Gymnasium in Prag besuchte, 1997–2002 Privatschüler von Jiří Válek (1923–2005), der ihn in Grundlagen der Komposition und Musikwissenschaft unterrichtete. 1998–2000 nahm er an Orgelkursen der Prager Erzdiözese teil (Martin Poruba, Pavel Černý). Ab 2002 war er Kompositionsschüler in der Klasse von Jiří Gemrot am Prager Konservatorium, die er 2008 mit seinem Stabat Mater absolvierte. Parallel dazu begann er ein Musikwissenschaftsstudium an der Philosophischen Fakultät der Prager Karls-Universität. Auf Einladung von Constantin Kinský komponierte er 2009–2010 anlässlich eines internationalen Treffens der Adelsfamilie Kinský in Žďár nad Sázavou die Kantate Veni Creator Spiritus. 2011–2015 schloss er ein weiteres Kompositionsstudium bei Václav Riedlbauch an der Prager Musikakademie (HAMU) an. Seine Bachelorarbeit wurde das Opern-Oratorium Stalo se Slovo (2012–2014), seine Masterarbeit das Konzertstück Improperia (2011, 2014–2015). Seine musikwissenschaftliche Diplomarbeit galt der Anwendung des konzertanten Prinzips in den Werken Alfred Schnittkes.

Neben seiner Arbeit als Komponist ist Fila musikpublizistisch tätig (zahlreiche Artikel in Kultur- und Musikjournalen wie A tempo revue, Harmonie der Schweizer Musikzeitung und OperaPlus.cz.). Seit 1996 ist er Organist in der Kirche St. Wenzel in Prag – Dejvice, zudem gastiert er in der Kirche Unserer Lieben Frau, Königin des Friedens in Prag – Lhotka. Darüber hinaus ist er seit Jahrzehnten im Chorgesang aktiv. Bereits 1989–1997 war er Mitglied in Kühns Kinderchor, in der Folge wurde er Mitglied in Chören wie Canti di Praga, Pražští pěvci und dem Tschechischen Philharmonischen Chor Brünn. 2019–2022 lehrte er Musiktheorie am International Conservatory Prague (Mezinárodní Konzervatoř Praha). Seit 2022 unterrichtet er Klavier an der Kunstgrundschule (Základní umělecká škola – ZUŠ) Folklorika Prag. In seinen vielfältigen Funktionen widmet Fila sich insbesondere der Popularisierung der tschechoslowakischen sowie der tschechischen und slowakischen zeitgenössischen Musik.

Werke (Auswahl)

Geistliche Kantaten und Oratorien

Orchester

Duos und Kammermusik

Instrument solo

Lied

Chor

Elektroakustik

Angewandte Musik

Einzelnachweise

  1. ↑ Jan Fila: Uplatnění koncertantního principu v dílech Alfreda Schnittkeho, HAMU 2016 (tschechisch) abgerufen am 11. Juni 2023
  2. ↑ Texte von Jan Fila auf www.atemporevue (tschechisch) (Memento vom 30. November 2023 im Internet Archive)
  3. ↑ Jan Fila bei Harmonie (tschechisch)
  4. ↑ Texte von Jan Fila bei OperaPlus (tschechisch)
  5. ↑ Rezension von Henia Szczepanowska, Mai 2015 (polnisch)
  6. ↑ Uraufführung der Herbstrhapsodie am 1. April 2022 im Prager Palais Kaiserstein
  7. ↑ Rezension in Czech Music Quarterly 4/2013, S. 29f. (englisch)
Personendaten
NAME Fila, Jan
KURZBESCHREIBUNG tschechischer Komponist, Arrangeur, Kirchenorganist, Musikwissenschaftler und Lehrer
GEBURTSDATUM 24. Januar 1982
GEBURTSORT Prag