Jan Katzschke

Jan Katzschke (* 31. Januar 1972 in Neustadt am Rübenberge) ist ein deutscher Cembalist, Organist und Kirchenmusiker.

Leben

Jan Katzschke studierte 1991 bis 1997 an der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover. Zu seinen Lehrern gehören Hans Christoph Becker-Foss (Orgel), Lajos Rovátkay (Cembalo) und Heinz Hennig (Chorleitung). 1995 bis 1997 war er Kantor in Mulda, Zethau und Helbigsdorf im Erzgebirge. Hier initiierte er die Restaurierung der historischen Adam-Gottfried-Oehme-Orgel von 1788 in Zethau, die 2001 zum Abschluss kam.

1997 bis 2002 lebte er freischaffend in Freiberg (Sachsen), unter anderem als Dirigent des Collegium Musicum der TU Bergakademie Freiberg. 2002 bis 2005 wohnte er in Südbaden und betrieb private Cembalostudien bei Robert Hill.

2004 spielte er Werke von Matthias Weckmann auf Cembalo und Lautenwerk für das Label cpo ein. Diese Produktion wurde 2007 mit dem Preis der deutschen Schallplattenkritik ausgezeichnet. Ihr folgten weitere solistische CD-Aufnahmen, die bei den Labels cpo und querstand erschienen.

2005–2017 war er Kantor und Organist der Ev.-Luth. Diakonissenhauskirche Dresden. Hier dirigierte er monatliche Bach-Kantaten und rief das Festival „Orgel-Winter“ ins Leben. Seitdem lebt er wieder in seinem Heimatort Neustadt am Rübenberge, wo er den Kammerchor Neustädter Land gründete. Am 1. Oktober 2026 trat er sein Amt als Kantor an der Kirche St. Cosmas und Damian in Wunsdorf an.

2007 wurde er in das Präsidium der Gottfried-Silbermann-Gesellschaft Freiberg berufen, dem er seitdem angehört. 2011 bis 2014 war er zudem deren Vizepräsident. Seit 2009 kommt er einem Lehrauftrag im Fach Orgel an der Hochschule für Kirchenmusik Dresden nach.

Jan Katzschke konzertiert als Solist, Kammermusiker und Dirigent. Zudem forscht er im Bereich der Musik des 16. bis 18. Jahrhunderts. Der lettische Komponist Rihards Dubra widmete ihm unter anderem die im Verlag Musica Baltica erschienenen Werke Super Flumina Babylonis für Cembalo sowie Ostinato, Fuga e quasi una Toccata (2011) für Orgel.

Diskografie (Auswahl)

Schriften (Auswahl)

Einzelnachweise

  1. ↑ Festschrift zur Wiedereinweihung der Oehme-Orgel (1788) Zethau. Ev.-Luth. Kirchgemeinde Zethau/Erzgebirge, 2001.
  2. ↑ Chronik 1997. In: cmfreiberg.de. Collegium Musicum der TU Bergakademie Freiberg, abgerufen am 23. Februar 2024.
  3. ↑ Bestenliste 1/2007. Preis der deutschen Schallplattenkritik, abgerufen am 23. Februar 2024.
  4. ↑ Dirk von Werder: Neustart einer Legende: Der Kammerchor. In: Neue Presse. 11. Februar 2017, archiviert vom Original am 4. Dezember 2019; abgerufen am 23. Februar 2024.
  5. ↑ www.wunstorfer-stadtanzeiger.de. Abgerufen am 2. Oktober 2026.
  6. ↑ Präsidium. Gottfried-Silbermann-Gesellschaft, abgerufen am 23. Februar 2024.
  7. ↑ Dozenten und Lehrbeauftragte (Memento vom 28. November 2016 im Internet Archive), Hochschule für Kirchenmusik Dresden
Personendaten
NAME Katzschke, Jan
KURZBESCHREIBUNG deutscher Kirchenmusiker, Cembalist und Organist
GEBURTSDATUM 31. Januar 1972
GEBURTSORT Neustadt am Rübenberge