Jan Kollwitz (* 4. Juli 1960 in West-Berlin) ist ein deutscher Keramiker und ein Urenkel von Käthe Kollwitz.

Kollwitz wuchs in West-Berlin auf. Bereits in jungen Jahren stand er als Schauspieler auf der Bühne und vor der Kamera, unter anderem in Peter Beauvais Film Sechs Wochen im Leben der Brüder G. Im Alter von 23 Jahren wechselte er zur Töpferkunst. Nach seiner Ausbildung bei Horst Kerstan in Kandern war er in Japan Schüler von Yutaka Nakamura (Echizen, Japan). 1988 wurde auf Vermittlung des Teekeramikers Kazu Yamada durch den japanischen Ofenbaumeister Tatsuo Watanabe, der unter anderem Öfen für Tokuro Kato gebaut hatte, ein traditioneller Anagamaofen auf seinem Werkstattgelände in Cismar (Ostholstein) errichtet. Seitdem brennt Jan Kollwitz dort seine Keramiken, hauptsächlich in der Shigaraki- und Iga-Tradition. Seit 1990 wurden seine Gefäße auf zahlreichen Ausstellungen gezeigt. Sein Werk ist tief verwurzelt im Zen-Buddhismus und der Japanischen Teezeremonie. Der Watanabe-Ofen in Cismar war das Vorbild für den historischen Anagama-Ofen in Christoph Peters Roman Herr Yamashiro bevorzugt Kartoffeln. In Zusammenarbeit mit Peters und dem Fotografen Götz Wrage entstand 2010 das Buch Japan beginnt an der Ostsee – Die Keramik des Jan Kollwitz.
Werke des Künstlers befinden sich im Boston Museum of Fine Arts, Museum für Asiatische Kunst (Berlin), Schleswig-Holsteinisches Landesmuseum Schloss Gottorf, Kunstsammlung der Veste Coburg, Käthe-Kollwitz-Museum Berlin, Stiftung Keramion Frechen, Grassi-Museum Leipzig, Hällisch-Fränkisches Museum Schwäbisch Hall, Emslandmuseum Schloss Clemenswerth und Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg, Peter Siemssen Stiftung und Sammlung Gisela Freudenberg, Weinheim.
Jan Wagner widmete ihm 2004 den Haiku-Zyklus ein japanischer ofen im norden und 2014 sein Gedicht die tassen.
Jan Kollwitz erstellt in seiner Werkstatt Keramiken in traditionell japanischer Holzbrand-Technik abseits aller künstlerischer Moden. Seine Keramiken werden nicht glasiert. Während des vier Tage dauernden Brandes entstehen bei Temperaturen über 1250 Grad Celsius Farben und Glanz ausschließlich dadurch, dass die Flugasche auf den Gefäßen zu einer natürlichen Glasur verschmilzt. Rauch, Flammen und Glutkohle hinterlassen graue, rote und tiefblaue Färbungen.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Kollwitz, Jan |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Keramiker |
| GEBURTSDATUM | 4. Juli 1960 |
| GEBURTSORT | West-Berlin |