Jan Ivan Lelley

Jan Ivan Lelley (* 8. September 1938 in Neutra, heute Slowakische Republik; † 14. September 2026) war ein ungarisch-deutscher Mykologe, außerplanmäßiger Professor an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn und Gesellschafter-Geschäftsführer der Gesellschaft für angewandte Mykologie und Umweltstudien GmbH (GAMU), Institut für Pilzforschung, in Krefeld.

Jan Ivan Lelley (2005)

Leben

Lelley studierte von 1956 bis 1961 in Ungarn (Budapest und Gödöllő) Agrarwissenschaften mit Spezialisierung auf Mykologie und war danach als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Landesinstitut für Agrobotanik in Tápiószele tätig. Er wurde 1963 zum Doctorem Scientiarium Agriculturae promoviert. Er verließ Ungarn 1967 und übersiedelte in die Bundesrepublik Deutschland. Nach Tätigkeit für internationale Unternehmen der Pflanzenschutzmittel-Industrie (Merck und CIBA) und am Institut für Unkrautforschung der Biologischen Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft (heute JKI) in Hürth-Fischenich und Braunschweig übernahm er im Jahr 1973 die Leitung der Versuchsanstalt für Pilzanbau der Landwirtschaftskammer Rheinland in Krefeld. Im Jahr 1982 habilitierte Lelley sich an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität zu Bonn und erhielt die Venia Legendi für das Lehrgebiet „Mykologie, insbesondere angewandte Mykologie“. Im Jahre 1987 wurde Lelley vom Land Nordrhein-Westfalen zum außerplanmäßigen Professor ernannt.

Im Jahre 1997 schloss die Landwirtschaftskammer Rheinland aufgrund der sehr angespannten Finanzlage mehrere ihrer Einrichtungen und Standorte, so auch den Standort Krefeld-Großhüttenhof mit den dort befindlichen Versuchsanstalten. Zu dieser Zeit hatte bereits die GAMU ihre Geschäftstätigkeit aufgenommen, die Lelley, zusammen mit Mitarbeitern der Versuchsanstalt, bereits 1993 gründete. 1998 übernahm Lelley die Geschäftsführung der GAMU. Nach mehreren Reorganisationen ist die GAMU heute primär mit der Erforschung von Pilzen mit Heilkraft und mit der Entwicklung und Distribution von Produkten aus Pilzen mit Heilkraft beschäftigt. Lelley war darüber hinaus als Berater und Fachreferent auf verschiedenen Gebieten der angewandten Mykologie (Makromyceten) im In- und Ausland tätig.

Im Jahre 1994 wurde Lelley die Auszeichnung China „Mushroom City Honorary Mushroom Farmer“ in Qingyuan, Volksrepublik China, verliehen. 1996 erhielt er die Auszeichnung „Pro Cultura Fungorum Hungarica“ in Ungarn. Im Jahr 1998 verlieh ihm die Fakultät für Gartenbauwissenschaften der Corvinus-Universität Budapest die Ehrendoktorwürde als Würdigung seiner wissenschaftlichen und international anerkannten Tätigkeit auf den Gebieten der angewandten Mykologie und der Kultivierung von Speisepilzen. Ebenfalls im Jahr 1998 erfolgte die öffentliche Bestellung und Vereidigung als Sachverständiger bei der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen für das Sachgebiet Sonderkulturen-Pilzanbau. 2007 wurde Lelley zum auswärtigen Mitglied der Ungarischen Akademie der Wissenschaften gewählt.

Lelley war Mitglied in folgenden wissenschaftlichen Gesellschaften:

Er bekleidete folgende Ehrenämter:

Veröffentlichungen

Ausgewählte Buch-Veröffentlichungen von Lelley in chronologischer Reihenfolge:

Einzelnachweise

  1. ↑ Traueranzeige Jan I. Lelley. In: Wir trauern. 10. Oktober 2026, abgerufen am 11. Oktober 2026.
  2. ↑ Jan Lelley: Domestikationsversuche und biotechnologische Untersuchungen über den Schopftintling Coprinus comatus (Müll. ex Fr.) Gray. Versuchsanst. für Pilzanbau d. Landwirtschaftskammer Rheinland, Krefeld-Grosshüttenhof 1983, OCLC 74583540 (Habil.-Schr., Universität Bonn, 1981.).
Personendaten
NAME Lelley, Jan Ivan
KURZBESCHREIBUNG ungarisch-deutscher Mykologe
GEBURTSDATUM 8. September 1938
GEBURTSORT Nitra
STERBEDATUM 14. September 2026