Jan Milič Lochman

Jan Milič Lochman

Jan Milič Lochman (* 3. April 1922 in Nové Město nad Metují, Tschechoslowakei; † 21. Januar 2004 in Basel) war ein tschechoslowakisch-schweizerischer evangelischer Theologe.

Leben

Lochman entstammte einer Familie mit evangelisch-hussitischer Tradition. Er erlangte 1941 auf dem Gymnasium von Náchod die Hochschulreife. Nachdem der tschechische Teil der Karls-Universität 1945 wiedereröffnet worden war, studierte er Theologie und Philosophie an der Hussitisch-Theologischen Fakultät und promovierte 1948. Danach wurde er zum Pastor der Evangelischen Kirche der Böhmischen Brüder ordiniert. Nach einer kurzen Zeit als Prediger ging er wieder nach Prag an die Comenius-Fakultät, wo er sich habilitierte und als Dozent tätig war. Ab 1960 lehrte er dort als Professor für Philosophie und Systematische Theologie. Nach einem Jahr am Union Theological Seminary der Columbia University in New York City wurde er 1969 als Nachfolger von Karl Barth ordentlicher Professor für Systematische Theologie an der Universität Basel. In den Jahren 1981 und 1982 war er Rektor der Universität Basel. Ab 1990 konnte er auch an tschechischen und slowakischen Universitäten Gastvorlesungen halten. 1992 wurde er emeritiert.

Lochman war jahrzehntelang in ökumenischen Gremien tätig, insbesondere beim Ökumenischen Rat der Kirchen. Von 1968 bis 1975 war er Mitglied des ÖRK-Zentralausschusses und -Exekutivausschusses, von 1975 bis 1991 Mitglied der ÖRK-Kommission für Glauben und Kirchenverfassung. Beim Reformierten Weltbund arbeitete er ebenfalls mit: von 1970 bis 1982 als Vorsitzender der Theologischen Abteilung. Seine grundlegenden Arbeiten sind auf dem Gebiet der Systematischen und Ökumenische Theologie entstanden.

Jan Milič Lochman gehörte zu den Mitbegründern der Christlichen Friedenskonferenz. Bei ihrer Dritten Tagung 1960 arbeitete er an der Vorbereitung der I. Allchristlichen Friedensversammlung 1961 in Prag mit. Dort leitete er zusammen mit dem Bundesdeutschen Wolfgang Schweitzer und dem Ungarn M. Pálfy die Arbeitsgruppe „Kalter Krieg“.

Ehrungen

Schriften (Auswahl)

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Theologe der Mehrstimmigkeit: Zum Tod von Jan Milic Lochman, NZZ Online, 24. Januar 2004, abgerufen am 25. April 2019.
  2. ↑ Berta Hess-Cohn Stiftung (Memento vom 28. Dezember 2015 im Internet Archive), Internet-Auszug, Handelsregister des Kantons Basel-Stadt, abgerufen am 6. März 2012. Erklärung: Der angegebene Bürgerort („von Basel“) zeigt, dass Lochman in der Schweiz eingebürgert wurde.
  3. ↑ Jan Milič Lochman, Website der Philosophischen Fakultät der Masaryk-Universität, abgerufen am 6. März 2012.
  4. ↑ Rektoren der Universität Basel, 550 Jahre Universität Basel, Website der Universität Basel, abgerufen am 6. März 2012.
Personendaten
NAME Lochman, Jan Milič
ALTERNATIVNAMEN Lochman, Jan Milic
KURZBESCHREIBUNG tschechoslowakisch-schweizerischer evangelischer Theologe
GEBURTSDATUM 3. April 1922
GEBURTSORT Nové Město nad Metují, Tschechoslowakei
STERBEDATUM 21. Januar 2004
STERBEORT Basel