
Jan Volker Wirth (* 1967 in Ost-Berlin) ist ein deutscher Sozialarbeitswissenschaftler, systemisch Lehrender und Team- und Praxisberater.
Wirth wuchs mit drei Geschwistern in der DDR in Ost-Berlin auf, ging in Berlin-Mitte zur Schule und erlernte zunächst den Beruf des Kfz-Mechanikers. Nach einigen Jahren in der vorberuflichen Kinder- und Jugendarbeit (1999–2002) in Berlin-Weißensee studierte Wirth Soziale Arbeit an der Alice Salomon Hochschule Berlin. Nach dem vorfristigen Abschluss 2005 als Diplom-Sozialarbeiter studierte er im Postgraduierten-Studium Soziologie an der FU Berlin und der PH Freiburg, an der er bei Albert Scherr im Jahre 2013 zum Dr. phil. im Fach Soziologie mit Auszeichnung promoviert wurde. Im Jahr 2019 wurde er in Hessen zum Professor an der privaten, staatlich anerkannten Hochschule DIPLOMA berufen.
Jan V. Wirth war von 2009 bis 2011 stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Systemische Soziale Arbeit und Mitherausgeber des Hefts 1 des Journals Systemische Soziale Arbeit. Von 2014 bis 2019 war Wirth Mitglied des Editorteams des International Journal of Social Work. Seit 2019 ist Wirth Mitglied des wissenschaftlichen Beirates im größten systemischen Fachverlag Carl-Auer-Verlag.
Wirth entwickelte eine systemische „Theorie der Lebensführung“ für Soziale Arbeit. Der Perspektivenwechsel von Lebensbewältigung auf Lebensführung ermögliche „einen proaktiven Blick auf Lebensgestaltung, auf das Sichtbarmachen von Bedingungen, die nicht isoliert auf individuelle, sondern eben auch auf gesellschaftliche Probleme von Lebensführung rückführbar werden.“ Mithilfe der Gegenstandsbestimmung „Lebensführung“ als Ambivalenz erzeugende Verschränkung von Inklusions- und Exklusions-Arrangements gelingt es Wirth, nicht nur zeitliche und räumliche, sondern auch die sinnhaften (Un)-Vereinbarkeiten in der Lebensgestaltung von Familien und Individuen praxisnah zu problematisieren.
Wirth hat seine disziplin- und professionstheoretischen Untersuchungen besonders in den drei Publikationen Die Lebensführung der Gesellschaft. Grundriss einer allgemeinen Theorie (2015), Die Ermöglichungsprofession. 69 Leuchtfeuer für systemisches Arbeiten (2019, mit Kleve) und Von der gespaltenen zur verbundenen Lebensführung (2020) dargelegt.
Wirth erhielt über 100 Lehraufträge und 5 Verpflichtungen als vertretender Professor in Wissenschaft, Theorie und Methoden Sozialer Arbeit seit 2005 an 20 verschiedenen Berufsakademien, Fachhochschulen, Hochschulen und Universitäten (Universitäten von Cottbus, Vechta, Bielefeld, Kraków und Krems) in Deutschland, Österreich, Schweiz und Polen.
Im Studiengang „Psychosoziale Beratung in Sozialer Arbeit“ (Master of Arts) war er von 2018 bis 2020 an der Diploma Hochschule als Studiendekan tätig. Im Jahr 2021 war er als Professor für Soziale Arbeit an der AKAD University, Stuttgart, tätig. Die Ruferteilung an die AKAD University lehnte er ab. Das Stellenangebot der Hamburger Fernhochschule, bei ihr ab 2022 als Professor tätig zu sein, nahm er nicht an.

Von 2021 bis 2024 arbeitete er im Jugendamt einer nordrhein-westfälischen Stadt als Kinderschutzfachkraft. Wirth ist weiterhin tätig als Berufsbetreuer nach dem Betreuungsgesetz sowie als Verfahrensbeistand gemäß Gesetz über das Verfahren in Familiensachen und in den Angelegenheiten der freiwilligen Gerichtsbarkeit (FamFG).
Seit 2024 ist Wirth von der Hochschule Rhein-Main, Wiesbaden mit der Vertretung der Professur mit der Denomination „Arbeitsfelder und Arbeitsweisen der Sozialen Arbeit“ beauftragt.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Wirth, Jan Volker |
| ALTERNATIVNAMEN | Wirth, Jan V. |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Sozialarbeitswissenschaftler, Praxisberater und Supervisor |
| GEBURTSDATUM | 1967 |
| GEBURTSORT | Ost-Berlin |