
Nene Janet Paterson Clutha, besser bekannt unter ihrem Pseudonym Janet Frame (* 28. August 1924 in Dunedin, Neuseeland; † 29. Januar 2004 ebenda), war eine neuseeländische Schriftstellerin.
Sie wurde 1924 in Neuseeland als drittes von fünf Kindern eines Eisenbahnarbeiters geboren. In ihrer Familie häuften sich tragische Ereignisse. George, ihr Bruder, litt an einer schweren Epilepsie, zwei ihrer Schwestern, Myrtle und Isabelle, ertranken.
Bei Janet Frame wurde fälschlicherweise Schizophrenie diagnostiziert, weshalb sie acht Jahre, von 1947 bis 1954, in Nervenheilanstalten verbrachte, wo sie mit 200 qualvollen Elektroschocks „therapiert“ wurde. Sie stand bereits in der Warteliste für eine Lobotomie, als sie einen Literaturpreis für ihre Kurzgeschichtensammlung erhielt. Die Erinnerungen an diese Zeit verarbeitet sie 1961 in ihrem Roman „Gesichter im Wasser“ (Faces in the Water).
Nach der Entlassung lebte sie für einige Jahre (1955–1958) in einer primitiven Hütte auf dem Grundstück des befreundeten Schriftstellers Frank Sargeson, wo sie ihren ersten Roman „Wenn Eulen schrein“ (Owls do cry) schrieb. Auch erhielt sie Unterstützung aus dem von ihm gegründeten Förderverein The Frank Sargeson Trust, der Stipendien an talentierte neuseeländische Nachwuchsautoren vergibt.
1956 wurde Janet Frame ein Reisestipendium nach Europa gewährt. Dem Rat des Freundes Frank Sargeson folgend, der ihr nach der Entlassung aus der Psychiatrie in einer Gartenbaracke Zuflucht gewährt hatte, reiste sie von London über Paris und Barcelona nach Ibiza. Finanzielle Erwägungen waren ausschlaggebend für die Wahl des Reiseziels. Die spanische Mittelmeerinsel wurde bis Neuseeland hin als der Geheimtipp eines kostengünstigen Künstlerparadieses gehandelt. Als innere Motivation für die Reise nennt Janet Frame wiederholt: ‘to broaden my experience’. Ihren Aufenthalt auf Ibiza beschreibt sie in ihrem autobiografischen Werk ‘The Envoy from Mirror City’, das sie 30 Jahre nach den tatsächlichen Ereignissen verfasste. Im März 1957 verließ sie die Insel, reiste über Barcelona nach Andorra. Nach dem Tod ihres Vaters kehrte sie 1963 nach Neuseeland zurück.
Sie schrieb insgesamt elf Romane, einige Kurzgeschichtensammlungen, eine Poesiesammlung und ihre Autobiographie Ein Engel an meiner Tafel (An Angel at my Table), die von Jane Campion 1990 verfilmt wurde. Im Jahr 2003 galt sie als eine Anwärterin auf den Literaturnobelpreis. Am 29. Januar 2004 starb sie im Alter von 79 Jahren an Leukämie.


Janet Frame erhielt zahlreiche Literaturpreise und andere Auszeichnungen:
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Frame, Janet |
| ALTERNATIVNAMEN | Frame, Janet Paterson (vollständiger Name) |
| KURZBESCHREIBUNG | neuseeländische Schriftstellerin |
| GEBURTSDATUM | 28. August 1924 |
| GEBURTSORT | Dunedin |
| STERBEDATUM | 29. Januar 2004 |
| STERBEORT | Dunedin |