Jani Silva (* 1962 oder 1963) ist eine kolumbianische Umwelt- und Friedensaktivistin aus dem Departamento de Putumayo und Präsidentin der Asociación de Desarrollo Integral Sostenible Perla Amazónica (ADISPA), welche die Zona de Reserva Campesina „La Perla Amazónica“ vertritt. Aufgrund ihres Einsatzes steht sie seit Jahren unter massiven Drohungen und wird durch die staatliche Unidad Nacional de Protección (UNP) geschützt. Für ihr jahrzehntelanges Wirken wurde sie mit dem Hessischen Friedenspreis 2024 ausgezeichnet, der am 16. September 2025 im Hessischen Landtag verliehen wurde.
Silva wuchs im kolumbianischen Amazonas auf und zog als Zwölfjährige mit ihrer Mutter von Leticia in den Bezirk Puerto Asís (Putumayo). Seit den späten 1990er-Jahren organisierte sie sich mit ihrer Gemeinde, die im Jahr 2000 die Zona de Reserva Campesina „La Perla Amazónica“ konsolidierte. Die Schutzzone wurde durch die Resolution 0069 vom 18. Dezember 2000 offiziell anerkannt. Später übernahm Silva die Präsidentschaft von ADISPA, jener Organisation, welche die Reserve verwaltet. Aufgrund anhaltender Morddrohungen musste sie im Oktober 2020 ihre Farm verlassen und zeitweise ins Exil gehen. Besuche in die ländliche Zone unternimmt sie seither in Begleitung von Personenschützern oder der Peace Brigades International (PBI). Im Jahr 2023 wurde sie auf Vorschlag von Amnesty International für den Friedensnobelpreis nominiert.
ADISPA vertritt in der Schutzzone rund 800 Familien aus 23 Ortschaften des Municipio Puerto Asís. Die ZRC „Perla Amazónica“ umfasst an der Grenze zu Ecuador etwa 22.000 Hektar Regenwald. Silva und ADISPA fördern als Alternativen zur Extraktivwirtschaft ökologische Landwirtschaft, Bienenzucht, Kakaoanbau und groß angelegte Wiederaufforstung. Überdies arbeitet ADISPA in Projekten zur Wiederherstellung des Amazonas-Ökosystems mit internationalen Partnern wie dem Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP) zusammen. Öffentlich kritisierte Silva die Umweltauswirkungen von Ölprojekten – unter anderem Amerisur/GeoPark im Block Platanillo –, die Verschmutzungen und Eingriffe in Gewässer verursacht hätten. Zivilgesellschaftliche Organisationen dokumentierten wiederholt Drohungen bewaffneter Gruppen gegen sie und andere Gegner dieser Ölprojekte; das Business & Human Rights Resource Centre veröffentlichte hierzu 2021 auch eine Firmenantwort von GeoPark. PBI begleitet Silva seit Jahren und verweist auf das extrem gefährliche Umfeld für die Umweltbewegung in Kolumbien sowie auf ihren Einsatz für Alternativen zu illegalen Ökonomien wie die Koka-Substitution. Amnesty International startete 2021 eine weltweite Solidaritätsaktion („Letter from the World“) für ihren Schutz und hob dabei ihren Einsatz für Wiederaufforstung und die Umsetzung des Friedensabkommens von 2016 hervor. Die Auszeichnung mit dem Hessischen Friedenspreis würdigt ihren jahrzehntelangen Einsatz für Menschenrechte, bäuerliche Rechte und den Schutz des Amazonas in einem von Gewalt und Drogenökonomie geprägten Kontext.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Silva, Jani |
| KURZBESCHREIBUNG | kolumbianische Umwelt- und Friedensaktivistin |
| GEBURTSDATUM | 20. Jahrhundert |