Japankormoran

Japankormoran

Japankormoran (Phalacrocorax capillatus)

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Ordnung: Suliformes
Familie: Kormorane (Phalacrocoracidae)
Gattung: Phalacrocorax
Art: Japankormoran
Wissenschaftlicher Name
Phalacrocorax capillatus
(Temminck & Schlegel, 1850)
Verbreitungsgebiet des Japankormorans:
  • Brutgebiete
  • Ganzjähriges Vorkommen
  • Kormoranfischerei

    Der Japankormoran (Phalacrocorax capillatus) ist eine in Ostasien vorkommende Vogelart, die zur Familie der Kormorane (Phalacrocoracidae) gehört.

    Merkmale

    Japankormorane erreichen eine Länge von 81 bis 92 Zentimetern und ein Gewicht von 3000 bis 3350 Gramm bei den Männchen sowie 2300 bis 2700 Gramm bei den Weibchen. Die Flügelspannweite beträgt ca. 152 Zentimeter. Die Geschlechter sind sich farblich ähnlich. Ober- und Unterseite sowie die Flügel und der Schwanz sind schwarz. Im Prachtkleid zeigt das Gefieder oberseits einen grünlichen Glanz, das Winterkleid ist matter. Sie ähneln dem Kormoran (Phalacrocorax carbo), weisen jedoch bei adulten Vögeln eine ausgedehntere weiße Färbung im Kehlbereich auf. Oberhalb des Auges befindet sich eine größere Fläche unbefiederter, orangeroter Haut. Die Iris ist schwarz, der Schnabel gelb, Beine und Füße sind grau.

    Verbreitung, Unterarten und Lebensraum

    Die Art kommt an vielen felsigen Küsten in Ostasien vor. Im Binnenland ist sie kaum anzutreffen. Unterarten werden nicht geführt.

    Lebensweise

    Japankormorane leben meist in großen Kolonien. Ihre Nahrung besteht überwiegend aus Fischen, die sie beim Tauchen erbeuten. Je nach Verfügbarkeit werden Sardellen (Engraulidae), Sandaale (Ammodytidae), Felsenbarsche (Sebasteinae), Plattfische (Pleuronectoideo) oder Grünlinge (Hexagrammidae) erbeutet.

    In Japan findet die Eiablage von Mai bis Juli statt. Die Art brütet in Kolonien, bisweilen gemeinsam mit dem Kormoran sowie mit Reiherarten. Die Nester werden auf Klippen oder Felsen angelegt, häufig auf deren flachen Oberseiten. Ein Gelege umfasst vier bis fünf Eier. Die Brutdauer beträgt etwa 34 Tage, die Nestlingszeit etwa 40 Tage. Die durchschnittliche Jungenzahl pro Brut liegt bei 2,5.

    Kormoranfischerei

    Kormoranfischerei hat in Japan eine lange Tradition. Dazu werden gezähmte Japankormorane eingesetzt. Die Vögel tauchen nach Fischen, fangen sie, werden jedoch durch Ringe oder Schnüre, die am Hals kurz über dem Rumpf angebracht sind, am Schlucken größerer Beute gehindert. Somit können die Fischer den Kormoran dann den erbeuteten Fisch aus dem Schlund ziehen. Kormoranfischerei entwickelt sich auch zu einer touristischen Attraktion. Die Kormoranfischer erklären dabei den Gästen die Praxis dieser Fischfangmethode. Meist wird Kormoranfischerei in der Abenddämmerung betrieben.

    Bestand und Gefährdung

    Obwohl die Bestände des Japankormorans unbekannt sind, wird die Art von der Weltnaturschutzorganisation IUCN als „least concern = nicht gefährdet“ geführt. Gefährdungspotentiale ergeben sich durch Störungen aufgrund von Freizeitaktivitäten im Südwesten Japans. Tourismus und Sportfischen haben bereits zum vollständigen Verlust einiger Kolonien geführt. Zwar wurden strengere Regelungen für Aktivitäten im Umfeld von Brutkolonien eingeführt, doch eine Wiederbesiedlung ehemaliger Koloniestandorte konnte bislang nicht beobachtet werden. Auch im Norden Japans führten der Abschuss von Tieren sowie das Sammeln von Eiern zum Zusammenbruch zahlreicher Kolonien. Obwohl diese Bedrohung dank Schutzmaßnahmen in Russland und Japan inzwischen abgenommen hat, haben sich die nördlichen Populationen noch nicht vollständig erholt.

    Literatur

    Wikispecies: Japankormoran – Artenverzeichnis
    Commons: Japankormoran – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

    Einzelnachweise

    1. 1 2 3 4 Orta, J., F. Jutglar, G. M. Kirwan und P. F. D. Boesman: Japanese Cormorant (Phalacrocorax capillatus), version 1.0. In Birds of the World (J. del Hoyo, A. Elliott, J. Sargatal, D. A. Christie und E. de Juana, Editors). Cornell Lab of Ornithology, Ithaca, NY, 2020
    2. ↑ Kormoranfischerei in Ukai, Japan National Tourism Organization
    3. ↑ Rote Liste Japanese Cormorant, iucnredlist.org, eingesehen am 24. Oktober 2026,