
Der Japan-Tag Düsseldorf/NRW, auch Japantag (japanisch 日本デー Nihon-day), ist ein deutsch-japanisches Begegnungsfest, das seit 2002 jährlich im Mai oder Juni am Düsseldorfer Rheinufer gefeiert wird und regelmäßig mehr als eine halbe Million Besucher anzieht. Das Kulturfest ist auch ein wichtiges Cosplay-Treffen und endet traditionell mit einem Feuerwerk.
Der jetzt regelmäßige Düsseldorfer Japan-Tag hat Vorgänger in den bereits populären Japan-Wochen 1983 und 1993 sowie des Japan-Jahres 1999/2000.
Zum ersten Mal fand die Veranstaltung im Jahr 2002 statt, zusammen mit einem Wirtschaftstag Japan. Seither wird er einmal jährlich zusammen mit der Präfektur Chiba als Gemeindepartnerschaft veranstaltet. Im Jahr 2006 musste das Fest wegen einer Unwetterwarnung abgesagt werden. 2011 sollte der Japan-Tag am 28. Mai stattfinden, wurde aber von den Veranstaltern aufgrund des Tōhoku-Erdbebens und der Auswirkungen des Tsunamis im März 2011 auf den 15. Oktober verschoben.

Zu den Standardveranstaltungen jedes Japan-Tags gehört ein Bühnen- und Sportprogramm, das von japanischen Instrumentalisten, Chören, J-Pop- und J-Rock-Künstlern und Kampfsportlern gestaltet wird. Umfassend ergänzt werden die Veranstaltungen durch Infoangebote zu spezifisch japanischen Themen wie Einführungen in Schrift und Sprache des Landes, Kimono-Anprobe, Budō-Kampfsportarten und eine Einführung in die Tradition des Sake.
Ein spezielles Highlight bildet das Samurai-Heerlager auf den Rheinwiesen, in dem möglichst historisch korrekt das militärische und auch zivile Leben des früheren feudalen Japans dargestellt wird; so werden originalgetreue Rüstungen, Waffen und die Nutzung von Falken vorgeführt. Auf der Rheinuferpromenade finden sich am Japan-Tag Cosplayer aus ganz Europa ein, deren Kostümierungen sich zu großen Teilen an Mangas orientieren. Der Sieger beim traditionellen Cosplay-Wettbewerb wird üblicherweise mit einem Flugticket nach Japan belohnt, gestiftet von der größten japanischen Fluggesellschaft. Die zahlreichen als Cosplayer gekleideten Besucher sind eine wesentliche Attraktion des Japantags, die das Erscheinungsbild maßgeblich prägen.
Das Finale wird am späten Abend durch einen Bon-Tanz eingeleitet, bei dem alle Besucher zur Teilnahme eingeladen sind und für den japanische Jacken (Happis) und japanische Fächer verteilt werden.
Wenn die Stände geschlossen sind und es anfängt zu dämmern, findet auf der Hauptbühne am Burgplatz ein mehrstündiges Konzert mit zwei Interpreten bzw. Gruppen statt. Zu Gast sind Vertreter der aktuellen japanischen Musikszene, die in Deutschland meist nur Spezialisten bekannt sind. So sorgten 2022 „Charan-Po-Rantan with Kankan Balkan“ für Begeisterungsstürme. 2023 traten die Gruppe Minichestra sowie die Singer-Songwriterin Nakamura Kaho auf.
Wegen Bauarbeiten fanden 2026 einzelne Programmpunkte an anderen Plätzen statt. Der in Deutschland lebende, jodelnde japanische Sänger Takeo Ischi war, neben der Performance der japanischen Rock-Band Mikage Project, der diesjährige Höhepunkt der Programmbühne. Zum ersten Mal forderte an anderer Stelle ein Karaoke-Bus die Besucher zum Playback-Singen auf.
Den traditionellen Abschluss des Festes bildet um 23:00 Uhr ein etwa halbstündiges Höhenfeuerwerk, das bestimmten Themen gewidmet ist (2023: „Die japanischen Jahreszeiten am Düsseldorfer Nachthimmel“). Besonders gut ist das Feuerwerk vom gegenüberliegenden Rheinufer, der Rheinkniebrücke oder der Oberkasseler Brücke zu sehen, aber auch linksrheinisch auf den Oberkasseler Rheinwiesen, außerhalb der weiträumigen Absperrung.
Die aus Japan eingeflogenen Feuerwerker verwenden keine Raketen, sondern schießen rund 1300 handgefertigte schüsselförmige Kugelbomben mit Mörsern in die Höhe. Durch die höhere Nutzlast der bis zu Volleyball-großen Geschosse sind komplexere Effekte möglich, die mit Raketen nicht – oder nicht in diesen Dimensionen – erzielt werden können.
In Japan spielt Feuerwerk, anders als in Europa, eine spirituelle Rolle und wird besonders bei religiösen Feierlichkeiten eingesetzt. Feuerwerksmeister war 2026 wieder der Japaner Hideki Kubota, der aus einer Familie von Feuerwerkern stammt. Die Darbietung stand in diesem Jahr unter dem Motto „What a wonderful world – Ein Feuerwerk voller Lebensfreude“. Womit Kuboka in einer Zeit gewaltsamer Konflikte ausdrücken wollte: „Lasst uns Frieden machen, keinen Krieg“. Da die Feuerwerkskörper immer für drei Jahre importiert werden, war dieses Feuerwerk bereits seit vier Jahren in Planung, hinzu kommt ein monatelanges Genehmigungsverfahren.

Die Angaben zu Besucherzahlen gehen weit auseinander. Während die deutschen Medien nach dem 2016er-Event mit geschätzten 750.000 Menschen von einem neuen Besucherrekord sprachen, vermeldeten die Veranstalter im Jahr 2007 bereits „wieder 1 Million Besucher“. Zunehmend bestimmten die Cosplayer das Bild, die teils in langen Menschenketten, ihre Free Hugs, die kostenlosen Umarmungen, anboten.
Der für den 16. Mai 2020 geplante Japan-Tag 2020 wurde aufgrund der COVID-19-Pandemie abgesagt. Auch im Jahr 2021 wurde beschlossen den Japan-Tag in Präsenz pandemiebedingt ausfallen zu lassen und durch ein breitgefächertes Onlineangebot zu ersetzen.
Die durch den starken Andrang verursachten Probleme wurden 2016 thematisiert. Besucher beklagten die Enge, zu volle Züge und lange Schlangen, oder die vielen Cosplayer, die ein falsches Bild der japanischen Kultur vermitteln würden.