Jasper Hanebuth

Hanebuths Geburtshaus in Groß-Buchholz, davor die umbenannte Skulptur „Hanebuths letztes Opfer“
Infotafel vom Pinkenburger Kreis zum Geburtshaus Hanebuths

Jasper Hanebuth (* 1607 (getauft am 8. Februar 1607) in Groß-Buchholz bei Hannover; † 4. Februar 1653 in Hannover) war ein Söldner im Dreißigjährigen Krieg sowie Räuber und Mörder.

Leben

Jasper Hanebuth wurde auf dem „Hof Pieper“ geboren, einem nach einem Wirbelsturm 1831 wieder aufgebauten und heute denkmalgeschützten Fachwerkkomplex am Groß-Buchholzer Kirchweg 72. Er war ein Sohn des Vollmeiers Hans Hanebuth, eines Kötners in Groß-Buchholz.

Jasper Hanebuth wurde im Dreißigjährigen Krieg Söldner in schwedischen Diensten. Noch im Krieg erwarb er das Bürgerrecht der Stadt Hannover, verlor es jedoch bald wieder, da er seine Steuerschulden nicht bezahlte.

Später wurde er Räuber vorwiegend in der Eilenriede, einem Waldgebiet nahe dem heutigen Zoo von Hannover. Seine Überfälle verübte er teilweise zusammen mit anderen, darunter Hans Stille, Caspar Reusche und Hänschen von Rode, einem Abkömmling einer alten hannoverschen Patrizierfamilie. Seine Opfer schoss er oft aus der Ferne nieder, ohne zu wissen, ob Geld bei ihnen zu finden sei.

Hanebuth wird als roher Mensch geschildert, dessen Wutanfälle gefürchtet waren. Er gilt als Beispiel für die alltägliche Gewalt und Verrohung der Sitten nach Ende des Dreißigjährigen Krieges. Zu seinen Opfern gehörte auch seine „Räuberbraut“.

Zuletzt verdingte sich Hanebuth als Pferdehändler, bis er wegen eines Pferdediebstahls angezeigt und am 14. November 1652 verhaftet wurde. Dann gestand er zehn Diebstähle und – 19 Morde. Trotz wiederholter Folterandrohungen, „penibel nach den Regeln der Hochnothpeinlichen Halsgerichtsordnung“, im Ratskeller des (Alten) Rathauses ließen seine Schuldgeständnisse jedoch auch Zweifel aufkommen. Doch nach knapp einem Jahr Haft verurteilte ihn das Halsgericht am 3./4. Februar 1653, „mit dem Rade durch Zerstoßung seiner Glieder vom Leben zum Tode gerichtet zu werden“.

Am 4. Februar 1653 wurde Räuber Hanebuth an der Richtstätte vor dem Steintor durch Rädern hingerichtet.

Nachwirkungen

Hanebuth ist bis heute im Bewusstsein der Hannoveraner präsent:

Literatur

Commons: Jasper Hanebuth – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 4 5 6 7 8 Helmut Zimmermann: Hanebuth, Jasper. In: Stadtlexikon Hannover, S. 252.
  2. 1 2 Infotafel „Hof Pieper“ vom Pinkenburger Kreis.
  3. ↑ Gerd Weiß: Groß-Buchholz. In: Hans-Herbert Möller (Hrsg.): Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, Baudenkmale in Niedersachsen, Stadt Hannover, Teil 1, Bd. 10.2. Friedr. Vieweg & Sohn, Braunschweig 1985, ISBN 3-528-06208-8, S. 74 ff.; sowie Groß-Buchholz, in Anlage: Verzeichnis der Baudenkmale gem. § 4 (NDSchG) (ausgenommen Baudenkmale der archäologischen Denkmalpflege), Stand: 1. Juli 1985, S. 17.
  4. ↑ Matthias Blazek: Der Raubmörder Jasper Hanebuth. In ders.: Ein dunkles Kapitel der deutschen Geschichte: Hexenprozesse – Galgenberge – Hinrichtungen – Kriminaljustiz in Hannover vom Mittelalter bis 1866. ibidem-Verlag, Stuttgart 2020, ISBN 978-3-8382-1517-4, S. 126. Dort auch die namentliche Nennung weiterer Komplizen.
  5. 1 2 Simone Benne: Hannovers Raubmörder Hanebuth und sein sagenhafter Nachruhm, HAZ vom 19. Februar 2010.
  6. ↑ Hugo Thielen: Köster (auch Koster, Kuster, Küster), Peter. In: Stadtlexikon Hannover, S. 361.
  7. ↑ Carl-Hans Hauptmeyer: 1653. In: Hannover Chronik, S. 52.
  8. ↑ Foto von Stefan Arend.
  9. ↑ Ansichtskarte Nummer „283“ von Karl F. Wunder.
  10. ↑ Infotafel zur Leihgabe
  11. ↑ Inschrift.
  12. ↑ Vergleiche die Angaben im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek.
Personendaten
NAME Hanebuth, Jasper
KURZBESCHREIBUNG Räuber
GEBURTSDATUM getauft 8. Februar 1607
GEBURTSORT Groß-Buchholz bei Hannover
STERBEDATUM 4. Februar 1653
STERBEORT Hannover