
Jean Amrouche (* 7. Februar 1906 in Ighil Ali, Provinz Bejaia, Algerien; † 16. April 1962 in Paris) war ein kabylischer Schriftsteller und Hörfunkjournalist französischer Sprache.
Jean El Mouhoub Amrouche wuchs als kabylischer Christ in Algerien und Tunesien auf und absolvierte die École normale supérieure von Saint-Cloud. Ab 1934 veröffentlichte er Gedichte und ein Essay (L’Éternel Jugurtha, 1943), in denen seine kulturelle Zerrissenheit zwischen Afrika und Europa zum Ausdruck kommt (1983 wieder aufgelegt). 1944 gründete er die Literaturzeitschrift L’Arche (Algier-Paris 1944–1947). Berühmt wurde er in seiner Sendung Des idées et des hommes durch lange Radiogespräche mit André Gide (1949–1951), Paul Claudel (1950–1952), François Mauriac (1952–1953), Giuseppe Ungaretti (1953) und Jean Giono. Da er für die Unabhängigkeit Algeriens Partei ergriff, musste er seine Karriere als Hörfunkjournalist aufgeben. Er starb kurz vor der Beendigung des Algerienkriegs im Alter von 56 Jahren an Krebs. Im Rahmen der Diskussionen über Entkolonialisierung und Interkulturalität ist seine Person in neuester Zeit bevorzugter Gegenstand der Forschung.
Jean Amrouche war der ältere Bruder von Taos Amrouche.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Amrouche, Jean |
| KURZBESCHREIBUNG | kabylischer Schriftsteller und Hörfunkjournalist französischer Sprache |
| GEBURTSDATUM | 7. Februar 1906 |
| GEBURTSORT | Ighil Ali, Provinz Bejaia, Algerien |
| STERBEDATUM | 16. April 1962 |
| STERBEORT | Paris |