Jean Boivin

Jean Boivin (* 28. März 1663 in Montreuil-l’Argillé; † 29. Oktober 1726) war ein französischer Gräzist und Mitglied der Académie des Inscriptions et Belles-Lettres und der Académie française.

Leben und Werk

Jean Boivin entstammte väterlicherseits einer normannischen Anwaltsfamilie. Mütterlicherseits war er der Neffe des Orientalisten am Collège de France Pierre Vattier (1623–1667). Boivin verlor früh seine Eltern und wuchs unter der Aufsicht seines älteren Bruders Louis Boivin (1649–1724) auf, daher auch der Name Jean Boivin der Jüngere. Mit 10 Jahren kam er nach Paris in den Haushalt des Ministers Claude Le Peletier (1631–1711). Er besuchte das Collège du Plessis und spezialisierte sich in der Gräzistik. Seine Gelehrsamkeit führte ihn 1686 in die königliche Bibliothek, wo er 1692 Bibliothekar wurde, 1698 für die Manuskripte zuständig, ab 1720 „garde“ (in leitender Funktion). 1705 wurde er in die Académie des Inscriptions et Belles-Lettres aufgenommen (als Associé, 1724 Pensionnaire), der sein Bruder bereits seit 1701 angehörte. Ab 1706 besetzte er den Lehrstuhl für Gräzistik am Collège de France (als Nachfolger von Julien Pouchard, 1656–1705). 1716 gründete er eine Familie. 1721 wurde er in die Académie française (Sitz Nr. 21) aufgenommen. Seit 1712 war er Mitglied der Accademia della Crusca. Er starb im Alter von 63 Jahren.

Schriften (Auswahl)

Literatur

Personendaten
NAME Boivin, Jean
ALTERNATIVNAMEN Boivin de Villeneuve, Jean; Boivin der Jüngere, Jean
KURZBESCHREIBUNG französischer Gräzist und Mitglied der Académie française
GEBURTSDATUM 28. März 1663
GEBURTSORT Montreuil-l’Argillé
STERBEDATUM 29. Oktober 1726
STERBEORT Paris