Jean Bouchet (* 31. Januar 1476 in Poitiers; † 1557 ebenda) war ein französischer Schriftsteller und Historiker.
Bouchet hielt sich von 1498 bis 1507 am Hof des Königs Ludwig XII. in Lyon auf. Dann war er Jurist in Poitiers und Historiker der Familie La Trémoille. Sein historisches Hauptwerk sind die Annales d’Aquitaine. Daneben war Bouchet ein sehr fruchtbarer Schriftsteller. Sein Buch Les Regnars traversant les perilleuses voies des folles fiances du monde wurde wegen der Ähnlichkeit mit dem Narrenschiff fälschlich dessen Autor Sebastian Brant zugeschrieben. In einem Kolloquium von 2001 über die Bedeutung des Poitou für Rabelais wurde Bouchet als Freund von Rabelais gewürdigt. Poetisch gilt Bouchet als der letzte der „Grands Rhétoriqueurs“ (Paul Zumthor). Als Beispiel seiner zahlreichen moralisierenden Texte können die Epistres Morales et Familieres du Traverseur genannt werden (Traverseur ist Pseudonym des Autors, wegen des konstanten Motivs der Initiationsreise in vielen seiner Werken).
Obwohl ein Autor der zweiten Reihe, erfuhr Bouchet seit den bahnbrechenden Arbeiten von Paul Zumthor, Michael Screech und Jennifer Britnell von Seiten der Forschung erhebliche Aufmerksamkeit.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Bouchet, Jean |
| KURZBESCHREIBUNG | französischer Schriftsteller und Historiker |
| GEBURTSDATUM | 31. Januar 1476 |
| GEBURTSORT | Poitiers |
| STERBEDATUM | 1557 |
| STERBEORT | Poitiers |