Jean Ikellé-Matiba

Jean Ikellé-Matiba (* 26. April 1936 in Song Ndong bei Edéa; † 10. Juli 1984 in Köln) war ein kamerunischer Schriftsteller und Jurist. Er wurde durch den Roman Cette Afrique-là! (1963) bekannt, der im selben Jahr mit dem Grand Prix littéraire d’Afrique noire ausgezeichnet wurde.

Leben

Ikellé-Matiba wurde am 26. April 1936 in Song Ndong (Sanaga-Maritime, Kamerun) geboren. Er wuchs in Sanaga-Maritime auf und besuchte die Schule in Edéa und Yaoundé. Er studierte Rechtswissenschaften in Lyon und Paris und wurde 1963 in Paris zum Dr. jur. promoviert. In den folgenden Jahren arbeitete er in Frankreich und Deutschland, unter anderem an der Evangelischen Akademie Iserlohn sowie an der Universität Frankfurt am Main. Parallel veröffentlichte er zahlreiche Beiträge, insbesondere in Présence Africaine sowie in Écho d’Afrique. Er starb am 10. Juli 1984 in Köln.

Wirken

Sein Roman Cette Afrique-là! erschien 1963 bei Présence Africaine in Paris. Der Text erzählt aus der Sicht des Protagonisten Franz Mômha das Leben eines Kameruners, welcher die deutsche Kolonialherrschaft sowie die anschließende französische Verwaltung erlebt. Ikellé-Matiba hatte für das Werk einen dokumentarischen Anspruch, die Kolonialgeschichte Kameruns – mit deutlich pädagogischer Ausrichtung – für eine junge Leserschaft anschaulich zu machen und dabei Stilmittel der mündlichen Tradition zu nutzen. Die literaturwissenschaftliche Forschung liest den Roman als Relektüre kolonialer Diskurse und als Versuch, die Figur des „Anderen“ in der deutschen und frankofonen Geschichte Kameruns neu zu konstruieren. Der Roman wurde 1955 abgeschlossen, jedoch erst 1963 veröffentlicht. Im Jahr 1966 erschien eine autorisierte deutsche Übersetzung unter dem Titel Adler und Lilie in Kamerun. Lebensbericht eines Afrikaners im Horst-Erdmann-Verlag (Herrenalb/Schwarzwald), der von Erica de Bary übersetzt wurde, mit einem Vorwort von Janheinz Jahn. 1967 folgte eine genehmigte Sonderausgabe beim Europäischen Buchklub. Für Cette Afrique-là! erhielt Ikellé-Matiba 1963 den Grand Prix littéraire d’Afrique noire (heute Grand Prix Afrique) der ADELF. Überdies veröffentlichte er zahlreiche Essays und Artikel; ein Teil bislang unediterter Materialien befindet sich im Archiv der Humboldt-Universität zu Berlin.

Literatur

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 4 5 6 7 Ikellé Matiba, Jean. In: Kindlers Literatur Lexikon (KLL), SpringerLink. 19. November 2020, abgerufen am 11. September 2025.
  2. 1 2 3 4 5 IKELLE MATIBA Jean. In: Présence Africaine. Abgerufen am 11. September 2025 (französisch).
  3. 1 2 Susanne Gehrmann (HU Berlin): « Grand Prix de l’Afrique noire en 1963… ». In: H-Net Announcements. Abgerufen am 11. September 2025 (französisch).
  4. ↑ Jean Ikellé-Matiba (1936–1984). In: Bibliothèque nationale de France. 4. April 2025, abgerufen am 11. September 2025 (französisch).
  5. 1 2 3 Ikellé Matiba, Jean: Cette Afrique-là. In: Kindlers Literatur Lexikon (KLL), SpringerLink. 19. November 2020, abgerufen am 11. September 2025.
  6. ↑ Cette Afrique-là. In: Africultures. Abgerufen am 11. September 2025 (französisch).
  7. 1 2 Regards croisés : la reconstruction de « l’autre » dans « Cette Afrique-là! » de Jean Ikellé-Matiba. In: Francofonía, 9 (2000), 153–170. 2000, abgerufen am 11. September 2025 (französisch).
  8. ↑ Adler und Lilie in Kamerun. Lebensbericht eines Afrikaners. In: Institut für Auslandsbeziehungen (ifa). 1966, abgerufen am 11. September 2025.
  9. ↑ Adler und Lilie in Kamerun : Lebensbericht eines Afrikaners. In: LIBRIS – Kungliga biblioteket. Abgerufen am 11. September 2025.
  10. ↑ Adler und Lilie in Kamerun : Lebensbericht e. Afrikaners. In: Deutsche Nationalbibliothek. 1967, abgerufen am 11. September 2025.
Personendaten
NAME Ikellé-Matiba, Jean
KURZBESCHREIBUNG kamerunischer Schriftsteller und Jurist
GEBURTSDATUM 26. April 1936
GEBURTSORT Song Ndong bei Edéa
STERBEDATUM 10. Juli 1984
STERBEORT Köln